Ueberraschende Hochzeit zu Bodmann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Ottmar Schönhuth
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ueberraschende Hochzeit zu Bodmann
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 80
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[80]
Ueberraschende Hochzeit zu Bodmann.

Nachdem Simon von Bodmann, – von dem der gelehrte Benedictiner Buzelin in seinen genealogischen Forschungen viel zu erzählen weiß als einem lieben Klosterbruder – verschiedene Länder und Fürstenhöfe bereist und besucht hatte und zu hohen Ehren gekommen war, fiel es ihm auf einmal ein, der Welt zu entsagen. Unter dem Vorwand, er wolle mit einem Fräulein aus einer der edelsten Familien Hochzeit halten, lud er eines Tages seine Freunde und Verwandten auf Schloß Bodmann. Aber wie groß war ihr Erstaunen, als Simon in priesterlichem Ornate vor die Versammlung trat und aufs feierlichste in der Burgkapelle seine Primiz hielt. Beim prächtigen Mahle, das er anstellte, offenbarte er den Gästen seinen festen Entschluß, von der Welt auf immer Abschied zu nehmen und sagte ihnen Lebewohl, welches mit vielen Thränen erwiedert wurde.

Sogleich am andern Tage verließ Simon seiner Väter Burg und begab sich in Begleitung von Wenigen in das Reichskloster Weingarten, wo er schon vorher sich insgeheim hatte einschreiben lassen. Dort that er als Novize die niedrigsten Dienste und zeichnete sich bis an sein Lebensende durch die tiefste Demuth und höchste Andacht aus. Im St. Johanniskloster zu Feldkirch, wohin er aus Weingarten gekommen war, liegt er in der St. Laurentiuskapelle begraben. Sein Tod fällt in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts.

(Vergleiche Schönhut’s „Ritterburgen des Hegau’s.“ 4. Heft S. 43 ff.)