Vermißten-Liste (Die Gartenlaube 1899)

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Titel: Vermißten-Liste
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aus: Die Gartenlaube, Heft 4, 27, S. 129–130, 864
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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[129] Vermißten-Liste. (Fortsetzung von Seite 891 des Jahrgangs 1898.)

479) Von ihrem Bruder gesucht wird Mathilde Winter geb. Fiebig aus Hildburghausen, wo sie am 9. Juni 1842 geboren ist. Vor etwa 15 Jahren lebte die Verschollene zu Boston in Massachusetts.

480) Von seiner Frau und von seinen drei Kindern wird sehnlichst um ein Lebenszeichen gebeten der Kupferschmied Johannes Christian Heinrich [130] Spehr, der am 19. Jan. 1855 zu Schönberg in Mecklenburg geboren ist und noch im Jahre 1886 aus New York schrieb.

481) Der Fleischer Franz Johannes Keller, geb. am 18. Juni 1866 zu Hänichen, Bez. Dresden, stand, nachdem er seiner vierjährigen Militärzeit in Stade genügt hatte, bei einem Fischer in einem Ort bei Bremen in Diensten. Von dort ging er weg, um nach Oldenburg zu reisen, und ist seitdem nicht mehr gesehen worden.

482) Johann Gottfried Bahling, geb. am 21. Aug. 1868 zu Riga, bat seit dem Sommer 1894, wo er in Norfolk, Vereinigte Staaten, Virginia, sich aufhielt, nichts mehr von sich hören lassen. Bahling ist von großem Wuchs, hat dunkles Haar und braune Augen.

483) Von seiner Mutter gesucht wird der Arbeiter Paul Richard Krippner, der am 4. August 1860 zu Delitzsch geboren ist und von dem im Jahre 1885 aus Mecklenburg-Schwerin die letzte Kunde kam.

484) Von seinen Eltern wird sehnlichst um Nachricht gebeten der Maschinenbauer Franz Groß, der am 26. Juli 1873 zu Käsemark bei Danzig geboren ist. Im Jahre 1890 arbeitete er in San Francisko, ging dann zur See und ist seitdem verschollen.

485) Eine Schwester hat von ihren beiden Brüdern Carl Seipp und Fritz Seipp, ersterer 1859 und letzterer 1860 zu London geboren, seit etwa 30 Jahren nichts gehört.

486) Der Gärtnergehilfe Gustav Adolf Schalt, welcher am 14. Juni 1871 zu Barten, Kreis Rastenburg in Ostpreußen, geboren ist, 1890 bis 1893 in Quedlinburg in Stellung war, darauf in Magdeburg (1893 bis 1895) diente und dann wieder nach Quedlinburg und später nach Wiesbaden ging, wird vermißt.

487) Von seinem Bruder wird gesucht der am 22. Dezember 1840 zu Memel geborene Seemann Friedrich August Mey, der 1879 auf einem Hamburger Schiff als Steuermann angestellt war und im Begriff stand, sich nach Lübeck zu verheiraten.

488) Trotz aller Nachforschungen konnte der Wohnort des am 7. Juli 1818 zu Portitz bei Leipzig geborenen Bäckers August Wilhelm Scheibe, welcher noch im Jahre 1851 in einem Dorfe bei Buenos-Aires in Arbeit stand, nicht ermittelt werden. Alle, die über den Verbleib Scheibes etwas wissen, werden um Mitteilung gebeten.

489) Von Mutter und Schwester wird der Tischler Josef Miksch aufgerufen, der im November 1857 zu Dauba in Böhmen geboren ist und 1890 in Brasilien sowie später in Chicago gearbeitet haben soll.

490) Der am 8. April 1866 zu Oldenburg in Holstein geborene Schlosser Friedrich Johann Heinrich Krüger hat im Frühjahr 1894 Offenbach a. M. verlassen und sich nach Hamburg abgemeldet, ist aber dort nicht eingetroffen.

491) Der Gärtner Adolf Behrens, geb. am 17. Februar 1870 zu Hann.-Münden, hat seiner Mutter zuletzt im Februar 1893 von Lissa in Posen, wo er im Lazarett krank lag, geschrieben. Seine Mutter bittet dringend um Nachricht, wo er jetzt weilt.

492) Seit dem Jahre 1893 fehlt jede Kunde von dem am 7. Januar 1865 zu Bolkenhain in Schlesien geborenen Landwirt Theodor Spohrmann, welcher als Techniker bei einer „Expedition behufs Eisenbahnstudien“ angestellt war und, da er meist unterwegs war, sich Briefe aus der Heimat an die Adresse eines Herrn Willi Waldner in Jaguariahiva in Parana, Brasilien schicken ließ.

[864] Vermißten-Liste der „Gartenlaube“. Wieder sind wir in der glücklichen Lage, eine Reihe von Fällen bekannt zu geben, in welchen es durch Vermittlung der „Gartenlaube“ gelungen ist, Verschollene aufzufinden und, wo dies möglich war, sie ihren Lieben wieder zuzuführen.

„In alle Winde möchte ich es schicken: er lebt, mein lieber Sohn, er lebt! Gott sei gedankt und tausend Dank Ihrem lieben so hochgeschätzten Blatt ,Die Gartenlaube’,“ schreibt uns sie Mutter des unter Nr. 440 unserer Liste von ihr gesuchten Sohnes, von dem wir ihr einen Brief aus Matagalpa in Nicaragua übermitteln konnten.

Dank dem Schreiben des Herrn Kapitän E. de Vedig konnten wir die Schwestern des Seemanns Staberow aus ihrer Ungewißheit über das Los des letzteren befreien.

Auf den Aufruf Gustav Afters aus New York, welcher seine Mutter suchte, gab sein Schwager seine Adresse an und erbot sich, die erwünschte Auskunft zu erteilen.

Friedrich August Mey dankt der „Gartenlaube“, daß er durch sie von seinem Bruder in Buenos Aires endlich wieder ein Lebenszeichen erhalten habe, und spricht seine große Freude aus, daß er nun in Briefwechsel mit dem Bruder treten könne.

Ueber den Tischler Joses Miksch trafen Nachrichten ein, nach denen er leider in Wiskonsin beim Holzfällen von einem Baum erschlagen worden ist.

Auch die Nachfragen nach Albin Rudolf Stüber, sowie den Schwestern Therese Stranski und Marie Markl sind erledigt.

Die quälende Unruhe und Sorge um das Schicksal des geliebten Kindes konnten wir von der Mutter Robert Bremers nehmen, indem wir ihr leider von seinem Tode, der ihn im Hospital zu Bendigo in Australien ereilte, schonend Mitteilung machen mußten.

Ferner hatte der Aufruf Nr. 479 Erfolg, indem Sohn und Tochter der Verschollenen aus Cambridge, Mass., zur Freude ihres Onkels Nachricht gaben.

Die Mutter Peter Meyers, der wir einen Brief ihres Sohnes aus Chile vorzulegen vermochten, schreibt uns: „Das Glück ist zu groß für uns, wir können es kaum fassen, da ich meinen geliebten Sohn schon für verloren hielt.“

Angesichts dieser so erfreulichen Erfolge drängt es uns, allen denen, die uns bei unseren Nachforschungen nach Vermißten beigestanden haben, nochmals unseren herzlichsten Dank zu sagen. Gleichzeitig lassen wir hier eine Fortsetzung unserer Vermitzten-Liste folgen und bitten Leser und Leserinnen, auch dieser ihre Aufmerksamkeit zu schenken, damit es mit ihrer Hilfe gelingt, noch recht viele Verlorengeglaubte wieder aufzufinden und dem Kreis ihrer Angehörigen zurückzugeben.

(Fortsetzung der Vermißten-Liste auf Seite 129 dieses Jahrgange.)

493) Im Jahre 1880 wanderte der am 26. Febr. 1861 zu Esens in Ostfriesland geborene Kaufmann Ferdinand Peter Wilhelm Breske nach Amerika aus und schrieb zuletzt im Jahre 1889 aus Seattle in Washington in Nordamerika. Seitdem ist Breske verschollen.

494) Von seinen alten Eltern wird gesucht der Diener Mathias Waldvogel, der am 10. Febr. 1867 zu Vierthäler, Amt Neustadt in Baden, geboren ist und im Jahre 1890 in Baden-Baden bei einer Herrschaft in der Sternstraße in Diensten stand.

495) Seit 1874, zu welcher Zeit er in Elmira, New York, wohnte, hat der am 21. September 1842 zu Daber, Rgbz. Stettin, geborene Maurer Carl Friedrich August Möde nichts von sich hören lassen. Sein Bruder bittet herzlich, ihm Auskunft über den Verschollenen zu geben.

496) Vor etwa 5 Jahren verließ der am 17. Aug. 1863 zu Wola geistlich in Posen geborene Arbeiter Franz Nawrazki seine Frau, um in Stettin zu arbeiten, und hat seitdem nichts von sich hören lassen. Vom 4. Dezember 1893 bis 2. Januar 1894 war er als Knecht in Spandau beschäftigt.

497) Gesucht wird der Tischler und Instrumentenbauer Andreas Hartstein, geb. am 13. Oktob. 1822 zu Breitendorf bei Löbau in Sachsen.

498) Am Abend des 23. Novemb. 1897 hat sich der zu Bernburg am 24. Oktob. 1882 geborene Präparand Friedrich Wilhelm Emil Elze aus dem Landesseminar zu Cöthen entfernt und ist nicht zurückgekehrt.