Verordnung, betreffend die Erhebung eines Zollzuschlags für aus Rußland kommende Waaren

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Gesetzestext
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Titel: Verordnung, betreffend die Erhebung eines Zollzuschlags für aus Rußland kommende Waaren.
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Fundstelle: Deutsches Reichsgesetzblatt Band 1893, Nr. 29, Seite 229 - 232
Fassung vom: 29. Juli 1893
Ursprungsfassung:
Bekanntmachung: 31. Juli 1893
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(Nr. 2120.) Verordnung, betreffend die Erhebung eines Zollzuschlags für aus Rußland kommende Waaren. Vom 29. Juli 1893.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen etc.

verordnen auf Grund des §. 6 des Zolltarifgesetzes vom 15. Juli 1879 (Reichs-Gesetzbl. 1879 S. 207) im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths, was folgt:

§. 1.[Bearbeiten]

Die nachstehend aufgeführten Waaren unterliegen, sofern dieselben aus Rußland, mit Ausnahme Finlands, kommen, bis auf weiteres den nachbezeichneten Zollsätzen für je 100 Kilogramm beziehungsweise 1 Stück oder 1 Festmeter:
1. Weizen, Nr. 9a des Tarifs 007,50 Mark
2. Roggen, Nr. 9bα des Tarifs 007,50 Mark
3. Hafer, Nr. 9bβ des Tarifs 006 Mark
4. Buchweizen, Nr. 9bγ des Tarifs 003 Mark
5. Hülsenfrüchte, Nr. 9bδ des Tarifs 003 Mark
6. Rohe Hirse, Nr. 9bε des Tarifs 001,50 Mark
7. Gerste, Nr. 9c des Tarifs 003,35 Mark
8. Raps, Rübsaat, Mohn und anderweit nicht genannte Oelfrüchte, mit Ausnahme von Sesam und Erdnüssen, aus Nr. 9dα des Tarifs 003 Mark
9. Mais und Dari, Nr. 9e des Tarifs 003 Mark
10. Malz (gemalzte Gerste und gemalzter Hafer), Nr. 9f des Tarifs[230] 006 Mark
11. Anis, Koriander, Fenchel und Kümmel, Nr. 9g des Tarifs 004,50 Mark
12. Schreibfedern, gezogen; Bettfedern, gereinigt und zugerichtet, Nr. 11f des Tarifs 009 Mark
13. Holzborke und Gerberlohe, Nr. 13b des Tarifs 000,75 Mark
14. Bau- und Nutzholz:
1. roh oder lediglich in der Querrichtung mit der Axt oder Säge bearbeitet oder bewaldrechtet, mit oder ohne Rinde; eichene Faßdauben, Nr. 13 c1 des Tarifs 000,30 Mark
oder 1 Festmeter 001,80 Mark
2. in der Richtung der Längsachse beschlagen oder auf anderem Wege als durch Bewaldrechtung vorgearbeitet oder zerkleinert; Faßdauben, welche nicht unter 1 fallen; ungeschälte Korbweiden und Reifenstäbe; Naben; Felgen und Speichen, Nr. 13c2 des Tarifs 000,60 Mark
oder 1 Festmeter 003,60 Mark
3. in der Richtung der Längsachse gesägt; nicht gehobelte Bretter; gesägte Kanthölzer und andere Säge- und Schnittwaaren, Nr. 13c3 des Tarifs 001,50 Mark
oder 1 Festmeter 009 Mark
15. Hopfen, Nr. 14 des Tarifs, brutto 030 Mark
16. Feine Waaren aus weichem Kautschuck, lackirt, gefärbt, bedruckt, oder mit eingepreßten Dessins, alle diese auch in Verbindung mit anderen Materialien, soweit sie dadurch nicht unter Nr. 20 des Tarifs fallen, Nr. 17d des Tarifs 090 Mark
17. Waaren, ganz oder theilweise aus edlen Metallen gefertigt, aus Nr. 20a des Tarifs 900 Mark
18. Garn aus Flachs oder anderen vegetabilischen Spinnstoffen, mit Ausnahme von Baumwolle, ungefärbt, unbedruckt, ungebleicht, bis Nr. 8 englisch, aus Nr. 22a1 des Tarifs 007,50 Mark
19. Seilerwaaren aus Flachs oder anderen vegetabilischen Spinnstoffen, mit Ausnahme von Baumwolle:
1. Seile, Taue, Stricke, auch gebleicht oder getheert, Nr. 22e1 des Tarifs 015 Mark
2. aller Art, mit Ausnahme der unter 1 genannten, Nr. 22e2 des Tarifs[231] 036 Mark
20. Leinwand, Zwillich, Drillich, ungefärbt, unbedruckt, ungebleicht, bis 40 Fäden in der Kette und dem Schuß zusammen auf eine quadratische Gewebefiäche von 4 qcm aus Nr. 22f1 des Tarifs 018 Mark
21. Butter, auch künstliche, Nr. 25f des Tarifs 030 Mark
22. Fleisch, ausgeschlachtetes, frisches und zubereitetes, aus Nr. 25g1 des Tarifs 030 Mark
23. Fische, gesalzene (mit Ausnahme der Heringe), in Fässern eingehend; getrocknete, geräucherte, geröstete, blos abgekochte (abgesottene), Nr. 25g2β des Tarifs 004,50 Mark
24. Geflügel, Wild aller Art, nicht lebend, Nr. 25g3 des Tarifs 045 Mark
25. Kaviar und Kaviarsurrogate, Nr. 25n des Tarifs 225 Mark
26. Käse aller Art, Nr. 25o des Tarifs 030 Mark
27. Obst und Beeren, getrocknet, gebacken, gepulvert oder blos eingekocht, soweit sie nicht unter anderen Nummern des Tarifs begriffen sind; trockene Nüsse, aus Nr. 25p2 des Tarifs 006 Mark
28. Mühlenfabrikate aus Getreide und Hülsenfrüchten, nämlich geschrotene oder geschälte Körner, Graupe, Gries, Grütze, Mehl; gewöhnliches Backwerk (Bäckerwaare), Nr. 25q2 des Tarifs 015,75 Mark
29. Tabackblätter, unbearbeitete, und Stengel, aus Nr. 25v1 des Tarifs 127,50 Mark
30. Cigaretten, aus Nr. 25v2α des Tarifs 405 Mark
31. Thee, Nr. 25w des Tarifs 150 Mark
32. Oelsäure, aus Nr. 26c des Tarifs 006 Mark
33. Schmalz von Schweinen und Gänsen, sowie andere schmalzartige Fette, als: Oleomargarin, Sparfett (Gemisch von talgartigen Fetten mit Oel), Rindsmark (beef marrow), Nr. 26h des Tarifs 015 Mark
34. Talg von Rindern und Schafen, Knochenfett und sonstiges Thierfett, anderweit nicht genannt, Nr. 26l des Tarifs 003 Mark
35. Fertige, nicht überzogene Schafpelze, desgleichen weißgemachte und gefärbte, nicht gefütterte Angora- oder Schaffelle, ungefütterte Decken, Pelzfutter und Besätze, Nr. 28b des Tarifs 009 Mark
36. Petroleum (Erdöl) und andere Mineralöle, anderweit nicht genannt, roh und gereinigt, ausgenommen mineralische Schmieröle, Nr. 29a des Tarifs[232] 009 Mark
37. Mineralische Schmieröle, Nr. 29b des Tarifs 015 Mark
38. Grobe Matten und Fußdecken aus Bast, Stroh, Schilf, Gras, Wurzeln, Binsen und dergleichen, ordinäre, gefärbt oder ungefärbt, Nr. 35a1 des Tarifs 004,50 Mark
39. Eier von Geflügel, Nr. 37b des Tarifs 004,50 Mark
40. Pferde, Nr. 39a1 des Tarifs, 1 Stück 030 Mark
41. Schweine, Nr. 39f des Tarifs, 1 Stück 009 Mark
42. Grobe unbedruckte, ungefärbte Filze aus Wolle, einschließlich der anderweit nicht genannten Thierhaare, auch in Verbindung mit Baumwolle, Leinen- oder Metallfäden, Nr. 41d2 des Tarifs 004,50 Mark

§. 2.[Bearbeiten]

Die Bestimmung des §. 1 findet auf solche Waaren keine Anwendung, welche vor dem Tage der Verkündigung der gegenwärtigen Verordnung die russische Grenze überschritten haben.

§. 3.[Bearbeiten]

Diese Verordnung tritt sofort in Kraft.
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel.
Gegeben Cowes, an Bord Meiner Yacht „Hohenzollern“, den 29. Juli 1893.
(L. S.)  Wilhelm.

  Graf von Caprivi.