Vor dem Schlosse meiner Ahnen

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Textdaten
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Autor: Ernst vom Strande
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Titel: Vor dem Schlosse meiner Ahnen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 52, S. 835, 836
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[835]
Die Gartenlaube (1874) b 835.jpg

Vor dem Schlosse seiner Ahnen.
Originalzeichnung von Richard Püttner.

[836]

Vor dem Schlosse meiner Ahnen.

 (Mit Abbildung.)

Das ist das Schloß im Buchenhain,
Das meiner Kindheit Wiege war.
O Weihnachtszeit, wie zogst du ein
So märchenschön, so wunderbar!
Wie war so lieb die Mutter mein –
     Nun schläft sie längst im Grabe.
Das ist das Schloß im Buchenhain,
     Wo süß geträumt der Knabe.

Das ist im Schloß der Ahnensaal,
Wo unter’m Christbaum weihevoll
„Gelobt sei Gott!“ im Festchoral
Wie himmlischer Gesang erscholl.
Nun jubeln Fremde dort beim Mahl –
     Mein Ohr vernimmt’s mit Schmerzen.
Das ist im Schloß der Ahnensaal,
     Wo mir gestrahlt die Kerzen.

Das ist im Hain der Laubengang,
So weihnachtshell im Lichterschein.
Einst war ich Herr im Schloß – wie klang
Mein Wort so stolz in Haus und Hain!
Ach! Glück und Glanz, wie lang’, wie lang’
     Verloren und verdorben!
Ein Bettler steht im Laubengang,
     Dem Lieb’ und Lust gestorben.

 Ernst vom Strande.