Allgemeines Deutsches Kommersbuch:54

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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stolzem Roß vom schnellem Huf, in schimmerndem Kürasse, zu sterben
mit dem Donnerruf: Der Freiheit eine Gasse!

     3. Doch zittert nicht, ich bin allein, allein mit meinem Grimme:
wie könnt ich euch gefährlich sein mit meiner schwachen Stimme?
Dem Herrscher bildet sein Spalier, wie sonst, des Volkes Masse, und
niemand, niemand ruft mit mir: Der Freiheit eine Gasse!

     4. Ihr Deutschen, ebnet Berg und Thal für eure Feuerwagen, man
sieht auf Straßen ohne Zahl euch durch die Länder jagen; auch dieser
Dampf ist Opferdampf – glaubt nicht, daß ich ihn hasse –, doch
bahnet erst in Streit und Kampf der Freiheit eine Gasse!

     5. Wenn alle Welt den Mut verlor, die Fehde zu beginnen, tritt
du, mein Volk, den Völkern vor, laß du dein Herzblut rinnen! Gieb
uns den Mann, der das Panier der neuen Zeit erfasse, und durch Europa
brechen wir der Freiheit eine Gasse!

Herwegh. 1841.


          115.     Gebhard Lebrecht von Blücher.     (III. 48.)

     Marschmäßig. 1809.

     1. Was bla=sen die Trompe=ten? Hu=sa=ren, her=aus! Es
rei=tet der Feldmarschall im flie=gen=den Saus; er
rei=tet so freu=dig sein mu=ti=ges Pferd, er schwinget so
schneidig sein blit=zendes Schwert. Juchei=rassas=sa! und die
Deutschen sind da, die Deutschen sind lus=tig, sie ru=fen: hurra!

[107]

     2. O schauet, wie ihm leuchten die Augen so klar! o schauet, wie
ihm wallet sein schneeweißes Haar! So frisch blüht sein Alter wie
greisender Wein, drum kann er auch Verwalter des Schlachtfeldes sein.
Jucheirassassa ec.

     3. Der Mann ist er gewesen, als alles versank, der mutig auf gen
Himmel den Degen noch schwang; da schwur er beim Eisen gar zornig
und hart, den Welschen zu weisen die deutsche Art.

     4. Den Schwur hat er gehalten. Als Kriegsruf erklang, hei, wie
der weiße Jüngling in’n Sattel sich schwang! Da ist er’s gewesen,
der Kehraus gemacht, mit eisernem Besen das Land rein gemacht.

     5. Bei Lützen auf der Aue er hielt solchen Strauß, daß vielen
tausend Welschen der Atem ging aus; viel Tausende liefen dort hastigen
Lauf, zehntausend entschliefen, die nimmer wachen auf.

     6. Am Wasser der Katzbach er’s auch hat bewährt, da hat er den
Franzosen das Schwimmen gelehrt: fahrt wohl, ihr Franzosen, zur
Ostsee hinab, und nehmt, Ohnehosen, den Walfisch zum Grab!

     7. Bei Wartburg an der Elbe, wie fuhr er hindurch! Da schirmte
die Franzosen nicht Schanze noch Burg; da mußten sie springen wie
Hasen übers Feld, und hell ließ erklingen sein Hussa der Held.

     8. Bei Leipzig auf dem Plane, o herrliche Schlacht! Da brach er
den Franzosen das Glück und die Macht; da lagen sie sicher nach
blutigem Fall, da ward der Herr Blücher ein Feldmarschall.

     9. Drum blaset, ihr Trompeten! Husaren, heraus! Du reite, Herr
Feldmarschall, wie Winde im Saus! Dem Siege entgegen, zum Rhein,
übern Rhein! du tapferer Degen, in Frankreich hinein!

E. M. Arndt. 1813.


          116.     Lützows wilde Jagd.     (III. 50.)

     Rasch und feurig. C. M. v. Weber. 1814.

     1. Was glänzt dort vom Wal=de im Sonnenschein? Hör’s
nä=her und nä=her brau=sen. Es zieht sich her=
un=ter in dü=steren Reihn, und gel=len=de Hör=ner