Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht

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Autor: Christian Fürchtegott Gellert
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Titel: Preis des Schöpfers
Untertitel: Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht
aus: Geistliche Oden und Lieder. S. 62–63.
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1757
Verlag: Weidmannische Handlung
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Google und Commons
Kurzbeschreibung:
Kirchenlied. EG 506, MG 26
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[62]
Preis des Schöpfers.

Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht,
Die Weisheit deiner Wege,
Die Liebe, die für alle wacht,
Anbetend überlege:

5
So weis ich, von Bewundrung voll,

Nicht, wie ich dich erheben soll,
Mein Gott, mein Herr und Vater!

     Mein Auge sieht, wohin es blickt,
Die Wunder deiner Werke.

10
Der Himmel, prächtig ausgeschmückt,

Preist dich, du Gott der Stärke!
Wer hat die Sonn an ihm erhöht?
Wer kleidet sie mit Majestät?
Wer ruft dem Heer der Sterne?

15
     Wer mißt dem Winde seinen Lauf?

Wer heißt die Himmel regnen?
Wer schließt den Schooß der Erden auf,
Mit Vorrath uns zu segnen?
O Gott der Macht und Herrlichkeit!

20
Gott, deine Güte reicht so weit,

So weit die Wolken reichen!

[63]

     Dich predigt Sonnenschein und Sturm,
Dich preist der Sand am Meere.
Bringt, ruft auch der geringste Wurm,

25
Bringt meinem Schöpfer Ehre!

Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,
Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht;
Bringt unserm Schöpfer Ehre!

     Der Mensch, ein Leib, den deine Hand

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So wunderbar bereitet;

Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand
Dich zu erkennen leitet;
Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,
Ist sich ein täglicher Beweis

35
Von deiner Güt und Größe.


     Erheb ihn ewig, o mein Geist,
Erhebe seinen Namen!
Gott, unser Vater, sey gepreist,
Und alle Welt sag Amen!

40
Und alle Welt fürcht ihren Herrn,

Und hoff auf ihn, und dien ihm gern!
Wer wollte Gott nicht dienen?