Wichtig für Sammler!

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Textdaten
Autor: Johann Martin Schleyer
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Titel: Wichtig für Sammler!
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Erscheinungsdatum: 1893
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Erscheinungsort: Stuttgart
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590.
Wichtig für Sammler!
Auszug

aus der ‚Antiquitäten-Zeitung‘ in Stuttgart, Zentralorgan für Sammelwesen und Altertumskunde: 1893, No. 43, Seite 340, Spalte 1. (Dieses reichhaltige, interessante Blatt wird Jedermann bestens empfohlen).

Das Sammelwesen und die Weltsprache. Unzählige Gebiete des Sammelwesens gibt es. Was findet auch heutzutage nicht alles Gnade in den Augen des sammelnden Publikums? – Der Eine sammelt antike Skulpturen und Möbel, der Andere Gemälde. Dieser schwärmt für alte Waffen; Jener liebt Urkunden und Autographen; wieder Einer sammelt Bücher, der Andere Briefmarken oder Siegel etc. etc.; so gibt es noch einige Tausend anderer Sammelzweige, die alle hier anzuführen, heute nicht angeht. Dieses Sammeln beschränkt sich selbstverständlich nicht auf die nächste Umgebung und unser eigenes Land, sondern gar oft muss man mit dem Auslande in irgendwelche Verbindung treten. Da hört man aber mannigfache Lamento’s und Klagen, dass man sich nur so schwer verständigen könne. Und wenn man dann schließlich eine Sprache lernt, z. B. das Französische, so kann ich mich wohl mit einem Franzosen verständigen; aber welchen Nutzen hat es, wenn ich mit einem Russen oder Italiener … korrespondiren will, der diese Sprache nicht versteht? Keinen! – Man müsste schließlich eine Sprache nach der andern erlernen, und hätte dann doch nur einen verhältnismäßig kleinen Vorteil. Doch wer hätte Zeit und Gelegenheit, viele Sprachen zu lernen, zumal doch ein Jeder weiß, welche Mühe und Überwindung es kostet, die an Ausnahmen und Unregelmäßigkeiten so reichen Idiome der verschiedensten Erdbewohner zu studiren? – – – Ja, im Mittelalter war dieser Verkehr doch etwas bequemer, da wenigstens jeder Gebildete Latein verstand. – Und heute? – Und heute sind wir viel besser daran, als unsere Vorfahren, obgleich Viele es noch nicht wissen: Wir haben eine leicht erlernbare Weltsprache. Eines deutschen Gelehrten Werk ist diese Weltsprache, d. h. eine Sprache die, aller Schwierigkeiten entkleidet, so recht geeignet ist, den Verkehr zwischen der vielsprachigen Menschheit ungemein zu erleichtern. Der Nutzen dieser Weltsprache ist augenblicklich noch unübersehbar groß. [2] Wieso denn? Die Weltsprache ist von Jedem ohne Lehrer innerhalb 4–5 Stunden so gründlich zu erlernen, dass man sofort mit Hülfe des Wörterbuches korrespondiren kann, und zwar mit jedem Erdbewohner, sowohl mit dem Eskimo, als mit dem Chinesen, mit dem Bewohner Australiens und dem Ansiedler in den Urwäldern Südamerika’s, vorausgesetzt natürlich, dass auch er die kleine Mühe des Erlernens der Weltsprache auf sich nahm. – Ein Beispiel!:

Jüngst las ich in einer Zeitung eine holländische Anzeige, gemäß der ein Chinese Briefmarken zu tauschen suchte; doch war die Bemerkung dabei: „Korrespondenz leidlich holländisch.“ Ich ließ mir also einige Zeilen auf holländisch mit großer Mühe besorgen, in denen ich den Sohn des himmlischen Reiches bat, nach beiliegender Grammatik die Weltsprache zu erlernen; zugleich fügte ich ein Wörterbuch bei. Nach kurzer Zeit kam ein fehlerlosen Brief in Weltsprache aus China an, und seit dieser Zeit korrespondire ich mit meinem chinesischen Freunde sehr bequem. – – – Selbst, wenn man schon einige fremde Sprachen kennt, bringt die Weltsprache noch ersprießlichen Nutzen; um wieviel mehr also Einem, der nur seine Muttersprache kennt. Also auf, Ihr Sammler! lernt samt und sonders die Weltsprache, verschafft Euch durch die kleine Mühe großen Nutzen! Lernt die einzig wahre Weltsprache Volapük, deren Erfinder, der deutsche Gelehrte Joh. Martin Schleyer in Konstanz, der größte Linguist der Gegenwart (er kennt 55 Sprachen), ist. Nur das Volapük ist eine wirkliche Weltsprache, die sich seit den 14 Jahren ihres Bestehens über eine Million Anhänger auf dem ganzen Erdenrunde erworben hat. Alle andern sog. Weltsprachen sind wertlose Nachahmungen des Volapük. Nur Volapük kann nach dem übereinstimmenden Urteile aller Gelehrten zum Siege gelangen, und wird voraussichtlich in einigen Jahrzehnten wieder alle stümperhaften Nachäffungen in den Staub getreten haben. Dann wird es möglich sein, mit jedem Erdbewohner schriftlichen Gedankenaustausch zu pflegen.“