Wie das Frauenholz zu seinem Namen gekommen sein soll

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Autor: Friedrich Bernhard Störzner
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Titel: Wie das Frauenholz zu seinem Namen gekommen sein soll
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aus: Reinhardtswalder Sagenbüchlein, S. 13–14
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Erscheinungsdatum: 1924
Verlag: Buchhandlung Otto Schmidt
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Erscheinungsort: Arnsdorf in Sachsen
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[13]
Wie das Frauenholz zu seinem Namen gekommen sein soll.

Einen Teil des wüsten Dorfes Reinhardtswalde bildet das „Frauenholz“. Und wie kam das zu seinem Namen? –

     Eine lange Zeit nach der Zerstörung des Dorfes wurde die Reinhardtswalder Flur auf staatliche Anordnung hin geteilt. Hierzu setzte man einen bestimmten Tag an. Die Bewohner von Erkmannsdorf, Kleinwolmsdorf und Wilschdorf, da hier noch Nachkommen der geflüchteten Reinhardtswalder lebten, hatten Einladung von der Behörde erhalten. Sie sollten die Flur des untergegangenen Dorfes gegen Erlegung der rückständigen Steuern übernehmen. Doch die Wilschdorfer erschienen gar nicht. Sie verzichteten. Darum wurde die Reinhardtswalder Flur den Erkmannsdorfern und Wolmsdorfern zugesprochen. Bei jener Verteilung ging aber nicht alles ab. Eine Reinhardtswalder Frau, die in Kleinwolmsdorf Nr. 66 wohnte, sagte: „Ich nehme, was übrig bleibt!“ – Und es blieben 34 Acker (68 Scheffel)[WS 1] Wald übrig. Jenes Waldgebiet wurde nun der betreffenden Frau zugesprochen. Darum nannten fortan die Leute den Wald „der Frau ihr Holz“ oder das „Frauenholz.“

[14]      Jene Reinhardtswalder Frau hinterließ keine Erben. Dadurch kam das „Frauenholz“ nach ihrem Tode an den Staat. Jedoch 1852 wurde es vom damaligen Lehnrichter Hübner in Kleinwolmsdorf durch Tausch erworben. Der Lehnrichter trat für das Frauenholz den „Pinchteich“ und den „Flüchteich“ an den Staat ab. Die wurden darauf entwässert und später bepflanzt, der Pinchteich lag am Wege, der von der Elbersdorfer Wiese nach den Torfstichen führt, der Flüchteich an der Bautzner Straße bei Wilschdorf.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. 34 Acker entsprechen 188.162,8 m² in Kursachsen (ca. 18,8 Hektar, siehe alte Flächenmaße)