Wie die so genante Camera obscura zu gebrauchen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Johann Sterr
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Nachricht/ Wie die so genante Camera obscura zu gebrauchen
Untertitel:
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: um 1700
Verlag: Vorlage:none
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Freising
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: VD17 12:666158Q = Commons
Kurzbeschreibung:
Illustration fehlt der Vorlage
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]

Editionsrichtlinien

Editionsrichtlinien:
  • Als Grundlage dienen die Wikisource:Editionsrichtlinien
  • Überschriebene e über den Vokalen a, o und u wurden als moderne Umlaute transkribiert.
  • Im Original in Antiqua gesetze Stellen werden in dicktengleicher Schrift wiedergegeben.


[1]

Nachricht/
Wie die so genante Camera obscura zu
gebrauchen.

ERstlichen ziehet man vornen die 2. grosse No.
1.
&
No.
3.
A.
Rohr auff die No. 1. und No. 3. herauß / schrauffet das vordere grössere Lückel herunder / und stellet hinden in dem Kästl den schreg stehenden Spiegl das mit Littera A. bemerckt runde Spiegl hervor: sodann schrauffet man das kleinere Lückl ob dem kleinen Röhrl ausser des Kästls herunder / ziehet selbes Röhrl heraus auf das mit Dinten gezeichnete Ringl / richtet alsdann die gantze Camera auf das Objectum, was man sehen will: mit denen zwey eisernen Füssen aber kan mans hoch / oder nider machen / wie es nöthig. NB. (so einer ein kurtzes Gesicht hat / verstehe / der in die Weithe ansonst nicht vill sihet) kan das kleine Röhrl hineinschieben / so weith nemlich / als ihme die Objecta am schärffisten vorgestellet werden / solte aber das Gesicht so kurtz seyn / daß dises Hineinschieben nit erklecklich wäre / so kan er auch eines / oder beyde grosse Rohr vornen auch in so weith hineinschieben / bis er Satisfaction habe. Und diß alles / wann mans als ein Perspectiv gebrauchen will.

[2] Wann mans aber als eine Camera obscura gebrauchen / und die Species einlassen will / so ziechet man die zwey vordere grosse Rohr heraus auff die Numeros 2. & 4. trehet den Schreg-Spiegel hervor / B. also / daß der grosse Spiegel mit Litt. B. vorstehet / leget das obere Kästl hinüber / und hencket solches mit dem Bändl (so an den Knopff gebundten) an / sodann ziehet man den matten / oder so C. genanten gefrornen Spiegl mit Litt. C. hervor / daß er hinden anstehet / stellet die Camera an ein dunckles Orth / damit das Licht nicht auff den gefrornen Spiegel fallet / oder so man die Gelegenheit nit hat / (als zum Exempel auff weithen Feld) so nimmet man einen Mantel über den Kopff / und verhindert also die einfallende Lichte / sihet alsdann auf selben matten Spiegel / auf welchen sich alle Objecta gantz klar / und klein respræsentieren / solten sie aber nit scharff genug gesehen werden / als zum Exempel, es wäre gar nahe etwan 20. oder 30. Schritt / so müste man die vordere Rohr / eines / oder beye / wie es beliebte / weither heraußziehen / bis mans scharff genug siehet / allwo auff die Numeros nit mehr zu gehen. Will man etwan ein Gebäu / oder Thurn / oder was es immer ist / abzeichnen / kan es geschehen mit Saiffen-Kreiten / wie es die Kupfferschmidt brauchen / oder auch mit Reißbley. Wolte man [3] aber ein Gebäu nach dem jungen Schuch abmessen / oder wie hoch ein Thurn seye / so darff man nur eine Latten etwan auf 3. Schuch lang an das Gebäu / oder Thurn anhencken / so verjüngert / und verkleinert es selben / wie das Gebäu ist / alsdann kan mans mit einem guten Circul auff das Papier tragen / und zumalen es die Species alle lincks / oder verkehrt weiset / so kan mans gleich auch recht sehen / wann man den gefrornen Spiegel herauß ziehet / und schauet selbe auf der polierten Seiten / so siehet mans recht. Will man die Zeichnung wiederumben abbutzen von dem Spiegel / so nimbt man einen mit Laugen / oder Wasser befeuchteten Schwamben sambt ein wenig Saltz / benetzet solchen ein wenig / und trücknet selben widerumben mit einer neugewaschnen Leinwath ab. Füge auch zur Nachricht bey / wann ungefehr der gefrorne Spiegel solte zerbrochen werden / so kan man ein sauberes mit Oel geträncktes Papier darüber ziehen. Item / wer ansonst der Augen-Gläser zum lesen sich bedienen muß / der hat solche auch (die Species scharff zu sehen) hier nöthig.

Johann Sterr / Hochfürstl.
Opticus in Freysing.