ADB:Franz, Wolfgang

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Artikel „Franz, Wolfgang“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), ab Seite 319, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Franz,_Wolfgang&oldid=924421 (Version vom 24. Dezember 2009, 15:55 Uhr UTC)
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Band 7 (1878), ab Seite 319. (Quelle)
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Wolfgang Franz (Theologe) in der Wikipedia
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Franz: Wolfgang F., lutherischer Theologe, geb. im October 1564 zu Plauen im Voigtlande, † 26. Octbr. 1628. Auf der Schule seiner Vaterstadt vorgebildet, studierte er in Frankfurt a. d. O. und seit 1585 in Wittenberg, woselbst er 1587 Magister wurde. In Wittenberg machten sich damals calvinistische Bestrebungen geltend. Auch F. ließ sich in dieselben hineinziehen, wendete sich aber bald reuig wieder von ihnen ab. Er wurde nun 1598 Professor der Geschichte in Wittenberg und in demselben Jahre auch Doctor der Theologie. Da ihm seine Professur aber kein genügendes Auskommen bot, vertauschte er sie 1601 mit der Stellung eines Propsten zu Kemberg, ließ sich aber 1605 als Professor der Theologie und Propst der Schloßkirche wieder nach Wittenberg zurückberufen. In dieser Stellung blieb er bis zu seinem Tode, in den letzten Jahren von Krankheit schwer heimgesucht. Als Schriftsteller war er sehr fruchtbar; seine Schriften hatten für ihre Zeit eine hohe Bedeutung und sind zum Theil in mehrfachen Auflagen erschienen. Er verfaßte mehrere Streitschriften für die lutherische Confession gegen Katholiken, Calvinisten und Socinianer, [320] unter den letzten namentlich gegen Valentin Smalcius, von welchen hervorzuheben sind: „Augustanae confessionis articuli priores decem“ (1609. 1610); „Disputationes 24 super Augustanam confessionem integram“ (1611. 1620); „Syntagma controversiarum theologicarum“ (1612). Im Uebrigen betreffen seine Schriften die Erklärung der Bibel, wie „Disputationes per integrum Deuteronomium“ (1608); „De interpretatione S. Scripturarum maxime legitima“ (1619 und später), und namentlich die sehr geschätzte „Animalium historia sacra“ (1612 und bis 1712 in zahlreichen Ausgaben). Er bezeichnet das Werk als für „Studirende der Theologie und Diener des Wortes bestimmt, und gibt dem Geistlichen Anweisung, wie er „in bildlicher Weise“ die einzelnen Züge aus dem Leben der Thiere benutzen könne. Das Buch, obwol es keine selbständige thiergeschichtliche Forschung enthält, ist doch dadurch von Interesse, daß es die zu seiner Zeit auf diesem Gebiete herrschenden Auffassungen zusammenfassend darlegt.

Spizelius, Templum honoris p. 102. Witte, Memoria Theologorum saec. 17. Decas 3. p. 311. Freherus, Theatrum virorum eruditione clarorum p. 440. Neumann, Programma de vita Wolfg. Franzii (1709). Uhse, Leben der berühmtesten Kirchenlehrer des 16. und 17. Jahrhunderts S. 643. Carus, Geschichte der Zoologie S. 312 ff.
Redslob.
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