ADB:Herberstein, Georg Sigmund Freiherr von
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Herberstein: Georg Sigmund Frhr. v. H., Sohn de8 Freiherrn Sigmund Friedrich, Herrn von Lankowitz und K«rem8 und der Maria Magdalena von Wclz, 1594 geboten; feine Erziehung fiel daher in eine Zeit, in welcher sich die Confessiouen in Jnneröfterreich auf daß feindlichfte gegenübcrftanden. War die katholische Gegenrckormation unter Bürgern und Bauern seit 1600 zwar zumAbschl11ß ge- bracht, fo war der protestantische Adel doch noch immer so weit selbständig, daß er auf feinen Schlössern evangelischen Gottt–Sdienst abhalten konnte; ja er behielt noch geraumc Zeit dies Majorität im Landtage und machte von derselben nicht selten ausgiebigen Gebrauch, indem er gegen die Religions,?-Patente der Regierung protestirtr.–, Veschwerdeartikel in die Protokolle a11fnahm und, wenn sich irgend eine Gelegenheit dazu ergab, die katholischen Mitglieder de?- Landtages dcmüthigte. Ganz eigcnthümlich gestakteten sich die Familienverhältnisse in jener Zeit in Bezug aus daß religiöse Bekenntnis;; fast alle großen Familien dedS Lande--z waren in beiden Lagern vertreten, so daß e-:– häufig sehr schwer wird, dies ursprüngliche Religion einzelner Perfö11lichkeitcnzu bestimmen oder anzugeben, wann diese oder jene wieder katholisch geworden ist. Jn dcr Familie Sigmund FriedrichS v. H. führte der ReligionSftreit zu den traurigften Erscheinungen, zu Haß und gegen- seitiger Verfolgung der Geschwister. Georg Sigmund hatte sich der katholischen Partei angeschlossen und war rasch zu einflußreichen Hokämtern gelangt. Er wurde schon 1629 Kämmerer und NeichZho?rath, bald darauf Oberfthofmeister deS Erzher»zogS Leopold. Während seine streng luthcrisch gefinnte Mutter in Folge der AuSdehnung der Gegenrcformation auf den Adel in der Zeit deS RestitutionSedicteeS alß Exulantin nach Nürnberg zog. um dort in ihrem alten Glauben den Tod erwarten zu können C»sie starb am Z. Juni 1(.342 im 88. LebenSjahre,) trat Georg Sigmund 1681 in den Dominikanerorden ein, ward Provincial der Tominikanrr zu Wien und geheimer Rath. Von 1659––60 finden wir ihn al8 kaiserlichen Gesandten zu Pari?-, 166Z war er für den Ge- fandtschaft;5poften in Spanien designirt und sollte den Cardinal-Shut empfangen, er starb jedoch in demselben Jahre. Sein Porträt ift noch jetzt im Dominikaner- klofter zu Wien zu sehen. Gegen die evangelisch gebliebenen Glieder feiner Familie trat Georg Sigmund mit der ganzen Ver?o«lgung8lust deS Convertiten auf. Er hatte schon 1627 die vcrpfändete Herrschaft Lankowitz wieder eingelöst und feinem ebcnfall8 katholischen Bruder Christoph Moritz zum Genusfe überlassen, später jedoch an Han-J Christoph von Sturgkh verkauft, um zu verhindem, daß sie an die Nachkommenschaft seines; evangelischen Vruderi3 Otto Heinrich falle, der schon am 12. März 1634 ebenfallZ al8 Exulant in Nürnberg gestorben war. [34] EZ entspann sich ein langwieriger Prozeß um den Besitz von Lankowitz zwischen den Kindern Otto Heinrichs und dem Stifte Stainz, an welches-S diese Herrschaft mittlerweile durch Kauf gelangt war. Georg Sigmund konnte es noch erleben, daß die Ansprüche feiner Neffen 1662 vollständig zurückgewiesen wurden. Kumar, Gesch. d. Burg und Familie Herberstein. Wien 1817. v. Hor- mayr, Hist. Taschenbuch 1826. Wurzbach, Biogr. Lexikon. »Norifcher Christen Freydhöfe Gedächtnis ..... von einem Curieusen Liebhaber", Nürnberg 1682.