ADB:Herberstorff, Adam Graf von
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Herbersdorf: Adam Freiherr von H., auf KalSdorf. Geb. am 14. April 1585 zu Kal?-dorf in Steiermark, Sohn Otto’S Frcihenn v. H. und der Benigna von Lengheim. Von 1599 an studirte er zu Lauingen und zu Straß- burg. Dann brachte er drei Jahre in der–Umgebung der Söhne de8 Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Neuburg zu. Später erwarb er in dessen Gebiet das:- Gut TeulJlitz und wurde zum Pfleger von Beratzhausen bestellt. Nachdem Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm 1614 die Regierung angetreten hatte, wurde H., der wie 1ener zum KatholiciZmuS übertrat, dessen Geheimrath und Statthalter im Herzog- [30] thume Neuburg, wo er die Herstellung des KatholiciSmuS trotz dem Widerstreben der Landftände eifrig und nachdrücklich förderte. 1619 warb er für Herzog . Maximilian von Baiern eine Compagnie, 1620 ein Regiment deutscher Kürassiere in den Jülicher Landen und führte dieselben als Oberst bei dem KriegSzuge gegen Oberösterreich. Nach der Unterwerfung de?- ErzherzogthumS wurde er vom Kaiser Ferdinand 1l. und von Herzog Maximilian, dem das Land ver- pfändet ward, zum Statthalter ernannt, sowie bald auch zum Obersten zu Pferd und zu Fuß sowie zum kaiserlichen und bairischen Kämmerer und Rath. 1622 und 1623 stand er als Generalwachtmeister bei dem in Westdeutschland krit-genden Heere der Liga und führte während dez WinterS eine Zeitlang den Oberbefehl in Vertretung Tilly?-. Jm Herbfte 1623 kehrte er nach Linz zurück. Die Con- fi8cationen, welche in den kaiserlichen Ländern verhängt wurden, benutzte er, um die Grafschaft Ort am Traunsee sowie die Herrschaften Pernstein und Buchheim in Oesterreich ob der Enns:?- und die Herrschaften Tauschelin und Pittoveß in Böhmen zu erwerben. Auch die Herrschaft Schuzh in Steiermark kam in seinen Besitz. Vom Kaiser wurd.e er in den Grafenstand erhoben. AlS Statthalter trat er den Adlichen Oberösterreich?-, die der Regierung noch lange zu trotzen suchten, mit einer Entschiedenheit entgegen, die ihn gefürchtet und verhaßt machte. Den Bürgern und Bauern dagegen suchte er die sie treffenden Lasten zu erleichtern. Die zwangS-weise Katholisirung deS Landes widerrieth er dem Kaiser und alS sie dennoch angeordnet wurde, war er bemüht, die Unterthanen durch Milde zu ge- winnen. Sogar offenen Wide1stand verzieh er a11fangeS. A16 aber im Mai 1625 mehrere Gemeinden sich aufrührerisch zeigten, ftrafte er mit furchtbare): Strenge. Daß trug wesentlich dazu bei, daß im folgenden Jahre eine allgemeine Empörung der Bauern auß-brach. Bei dem Versuche, dieselbe mit dem wenigen im Lande liegenden Krieg8volke niederzuschlagen, erlitt er durch Hinterhalt eine vollständige Niederlage und wurde darauf von den Bauern, die daß ganze Land in ihre Gewalt brachten, in Linz belagert. Drei Monate lang vertheidigtt– er die von Lsebeut–3mittel11 und Kric–gSbedarf entblößte, schlecht befestigte und schwach besetzte Stadt mit großem Geschick und Muth, bis ihn der Anzug kaiserlichen KriegeSvolkeS befreite. 1627 erhielt er vom Könige von Spanien den Calatrava- orden. Nachdem Oberösterreich 1628 au?- der bairischen Pfandschaft gelöst worden, wurde er von Ferdinand 1l. zum LandoZha11ptma1m und Geheimrathe ernannt. Bald darauf begann er zu kränkeln, wie erzählt wird, in Folge deS Aergerö, den er darüber empfand, daß Geldforderungcn, die er an den Kurfürsten von Baiern stellen zu können glaubte, durch größere Gegenforderungt–n abgelehnt wurden. Am 11. September 1tz29 starb er zu Ort, ohne von seiner Gemahlin, Maria Salome, Freiin von Preisi11g, der Wittwe dez ReichZerbmarschallS Veit von Pappenheim, Kinder zu hinterlassen. Khevenhiller, Conterset Kupfferstich l1, Z(32 mit Bildniß; L. Gremmel, Geschichte des Herz-ogthumtz Neuburg und Archivalien.