ADB:Hering, August Gottlieb Ludwig
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Hering: August Gottlieb Ludwig geistlicher Lieder- und Oden- Dichtcr, stammt auS einer ursprünglich in Westpk1alen 1jSoest) ansässigen, seit der Resormation in Pommern feßhaften Familie. Sein Vater war Johann Samuel H., f 1752 (–s. u.). AUS dessen dritter Ehe mit Margarethe Sabina v. Schmitterloe war Unser Dichter der dritte Sohn, geboren (–wie au–3 der An- gabe seine5 AltcrsH bei seinem Tode zu schließen ist) im October 17Z6. Um datz Jahr 1754 befand er sich auf dem Gymnasium zu Stettin; in diesem Jahre dichtete er eine lange feurige Ode auf Friedrich den Großen, voll tiefen Gefühls3 und Religiosität; auf dem Abdruck derselben ift er bezeichnet alß der Theologie Bef1issener. Doch hat er den Entschluß, Theologie zu ftudiren bald aufgegeben; er ging, um die Rechte zu ftudiren, nach Halle. Nicht lange nach feinem Ein- tritt in den Staats?-dienst wurde er Hofgericht5rath in Cöölin, in welcher Stellung er bi;-z zu feinem am 12. Februar 177O im Alter von ZZ Jahren 4 Monaten 3 Tagen erfolgten Tode (Knach den Angaben dez Cööliner KirchenbuchZ) verblieb. [114] Er hat mehrere geistliche Oden und Lieder gedichtet, in denen er einen tief- frommen Sinn zeigt und welche sich durch leichte und gewaNdte Form auZzeichnen; seiner kirchlichen Stellung nach ist er alS Anhänger det-z PietiSmuS zu bezeichnen. Nach seinem Tode erschienen mehrere feiner Gedichte in dem »Pommer’fchen Archiv der Wissenschaften und de-S GeschmackS«, herauSgegeben von J. Ph. A. Hahn und G. F. Pauli, Stettin und Anclam 178Z ff. Sein bekannte-fteS und viel- leicht bestes Lied, da-S sich noch in vielen Gesangbüchern, wenn auch mitunter mit einem anderen Anfange, befindet, daß Lied: »Verlaß, wenn (oder: daß) ich Dich nicht verlasse" steht hier im 4. Stück deS Z. Bande?- vom J. 1784 (S. 244 ff.); zuerst erschien etz wahrscheinlich in den ,,Mam1igfaltigkeiten«, einer gemeinnützigen Wochenschrift, Berlin 1770, ohne Nennung seine-? Namens. Jn diesen Mannigfaltigkeiten erschien auch im J. 1771 ein ihm gewidmeter Nachruf. Zumeist nach Mittheilungen von Verwandten. Vgl. auch Koch, Gesch. de3 Kirchenliedö 1c., Z. Aufl., Bd. 6 S. ZOO f.