ADB:Hoffmann, Andreas Gottlieb
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Hofflmlml: And reais Go ttlieb H., evangelischerTheologe und Orientalist, geb. esm 13. April 179(3 zu Welpsleben in der Grafschaft Mansfeld, wo sein Vater Müller war, –i– am 16. März 1864. Den ersten Unterricht erhielt er in der Schule zu Egeln, dem Geburtsort seiner Mutter. Später kam er auf das Domgytnnasium zu Magdeburg. Von hier aus zog er 1813 als freiwilliger Jäger in den Krieg gegen Frankreich. Nach seiner Rückkehr aus dem Feldzuge gedachte er anfangs, da es ihm anMittelu zur Fortsetzung seiner Studien fehlte, „ in daß Lehrersominarfzu Magdeburg einzutreten, aber da sich einige seiner Lehrer, [572] namentlich Wiggert, mit Rath und That seiner annahmen, ward es ihm trotz mancher Hindernisse ermöglicht, das Gymnasium zu absolviren und die Universität Halle zu besuchen. Hier lag er vorzugsweise unter Knapp, Niemeyer, Wegscheider dem Studium der Theologie ob, während er unter Gesenius und Wahl Neigung für die morgenländischen Sprachen faßte. Namentlich zu Gesenius fühlte er sich hingezogen und dessen Unterricht wirkte bestimmend auf die ganze Richtung seiner Studien ein. Von den femitischen Sprachen war es besonders die fyrische, welcher er seinen Fleiß zuwandte und deren Kenntniß er wesentlich förderte. Er promovirte 1820 zum Doctor der Philosophie und habilitirte sich 1822 zu Halle, worauf er über morgenländische Sprachen Vorlesungen hielt. 1822 nahm er eine Berufung nach Jena als außerordentlicher Professor der Theologie an Chr. Aug. Kestner’s Stelle an, unter Ablehnung eines gleichzeitigen Rufes nach Königsberg. 1826 wurde er zum ordentlichen Honorarprofessor und Beisitzer der theologischen Facultät, noch in demselben Jahre zum ordentlichen Professor der Theologie befördert, 1843 vom Herzog von Sachsen-Altenburg zum Gel)eimen Kirchenrath ernannt. In Jena laß er über Kirchengeschichte, alte und neutesiamentliche Einleitung, alttestamentliche Exegese, Geschichte des jüdischen Volks, ferner 131jsatjsi11–1e über verschiedene morgenläudisrhe Sprachen. In der Theologie war er einer freien und versöhnlicheuRichtung zugethan, übrigens ein gründlicher und vielseitiger Gelchrter und in akademischen Angelegenheiten ein umsichtiger und gewissc11hafter Geschäftsmann. Er starb am 16.März1864 nach langem, schweren Leiden. Seine Hauptleistungen liegen auf dem Gebiet der alttestamcuttichen Exegese, dcS Hebräischen und dcs Syrischen. Sein verdienstlichstes Werk, welches erscho11 in seinen jüngeren Jahren zu Stande brachte, sind die „01–8111111e1ti(d.:1(z Z)-1–ie1ct10 1ib1–j 3 182?, ein Werk, daß zwar noch au manchen Unvollkommenheiten leidet (]H. wünschte VS selbst in späteren Jahren noch umzuarbeiten, kam jedoch nicht mehr dazu), aber doch einen bedeutenden Fortschritt gegen die früheren Bearbeitungen der syrischen Grammatik bezeichnet und auch noch der neuesten syrischen Grammatik von Mcrx als Grundlage dient. Es ist auch zweimal ins Englische übersetzt. Seine weiteren Schriften sind: -.(?0111mentarjus 1)11jl010gico–c1–jtjc–us j11 Il0Sjs benO(ijtj011OIII. 1)e01. 33–, 1’. 1–9, 1822 SS.; „Ent1Burf der hebräischen Alterthümer“, 1832: „Das Buch Htnoch. Einleitung, Uebersetzung (aus dem Aethiopischeu) und Commentc1r“, Abth. 1, 2 als 1. Bd. der „Apokalyptiker der älteren Zeit unter Juden und Christen"), 1833–38. Er gab auch die von dem Verfasser selbst schon vorbereitete zweite Auflage von Geseniue2–’ ..l.01ic01si rn:mu:110 l–10l-1–8icun1 et. 01r11(18i0um in Ret0rjs 1’smmc11tj 1jdi–os 1847 durchgesehen heraus und nahm regen Antheil an der Förderung der Ersch-Gruber’schen Encyclopädie, deren zweite Abtheilung er redigirte und die rr selbst mit vielen gedicgenen, in sein Fach einschlagenden Artikeln ausstattete.
Vgl. Zimmermann’s Allgemeine Kirchenzeitung 1864, 1. 206. Protestantische Kirchenzeitung 1864, Nr. 13 (“Nekrolog von G. Frank-). Günther, Professoren der Universität Jena,