ADB:Johann Friedrich der Jüngere

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Johann Friedrich der Jüngere“ von Ernst Wülcker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 343, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Johann_Friedrich_der_J%C3%BCngere&oldid=1971823 (Version vom 18. Dezember 2014, 12:57 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Johann Friedrich II.
Band 14 (1881), S. 343. (Quelle)
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Friedrich III. (Sachsen) in der Wikipedia
GND-Nummer 102358710
Datensatz, Rohdaten, Werke, Online-ADB/NDB, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|14|343|343|Johann Friedrich der Jüngere|Ernst Wülcker|ADB:Johann Friedrich der Jüngere}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=102358710}}    

Johann Friedrich der Jüngere, geb. am 17. Januar 1538 zu Torgau als vierter und jüngster Sohn des Herzogs Johann Friedrich des Großmüthigen, Kurfürsten, und der Sibylla von Jülich-Cleve, † am 31. October 1565 zu Jena, hatte durch Verwahrlosung in früher Kindheit einen höchst gebrechlichen Körper erhalten und blieb, so lange er lebte, ein siecher Mensch. Nach der Katastrophe zu Mühlberg, während welcher er sich mit seiner Mutter in Wittenberg befand, zog er mit derselben nach Weimar. Bis zum J. 1557 regierte der ältere Bruder zugleich als Vormund des jüngeren, in diesem Jahre aber erlangte Letzterer die Volljährigkeit und übertrug nun, wie Johann Wilhelm, dem J. Fr. die Alleinherrschaft auf die nächsten vier Jahre, eine Uebertragung, die am 20. Mai 1561 für eine gleichlange Dauer verlängert wurde. Mitten in den Aufregungen des J. 1565, da die Spannung zwischen den Brüdern bei Gelegenheit der Verhandlungen über eine neue Art der Landesverwaltung am größten war, starb der Herzog. – J. Fr. hatte trotz der Stürme, die in seine Jugendjahre hineinfallen, eine sorgsame Erziehung genossen. Zeitlebens hatte er theologischen Studien obgelegen. Um sich ihnen gehörig widmen zu können, war er nach Jena gezogen. In den Streitigkeiten des Bruders mit den Flacianern scheint er mit Johann Wilhelm die Gegenpartei ergriffen zu haben. Im Uebrigen war er eine friedfertige Natur, die zur Eintracht rieth, wenn die Brüder stritten. Zu Jena wohnte der Herzog im Hause des berühmten Mediciners Dr. Schröter. Hier hat ihn auch der Tod ereilt. Sein Leichnam wurde zu Weimar in der Stadtkirche beigesetzt.

E. Wülcker.