ADB:Lacher, Ambrosius

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Artikel „Lacher, Ambrosius“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), ab Seite 467, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lacher,_Ambrosius&oldid=557962 (Version vom 25. Dezember 2009, 20:14 Uhr UTC)
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Lacher: Ambrosius L., aus Meersburg am Bodensee, der erste Professor der Mathematik an der 1506 gegründeten Universität zu Frankfurt a. d. O., sf daselbst 1540. Sein Name wird selten genannt, da die lateinischen Lehrbücher, welche er zum Gebrauch seiner Vorlesungen auf eigene Kosten drucken ließ (Frankfurt1506–11 in 4o), nur hier und da noch zu finden sind (königl. Bibliothek zu Berlin. Breslau). Aber obwol L. wesentlich nur daß bereits vorgefundene Material methodisch bearbeitete. so war er es doch, welcher das gegen Ende des 15. Jahrhunderts von Wien aus über Deutschland sich verbreitende Interesse iür die mathematischen Studien auch an die junge märkische Universität verpflanzte, woselbst sie über ein Jahrhundert lang mit Vorliebe gepflegt wurden. Dabei zeigt L. eine bemerkenswerthe Vielseitigkeit, sofern seine Compendien sich über die vier, unter dem Namen Quadrivium zusammengefaßten Zweige der Mathematik verbreiten. Zuerst erschien seine Bearbeitung der vier ersten Bücher des Euklid (mit mathematischen Figuren am Rande) nach der von Campanutz eommentirten lateinischen Ausgabe der Elemente, Venedig 1482. Sodann folgte der „A1go1itllmns meroztorum“„ ein Lehrbuch der Positionsarithmetik, welches in der Behandlung der Grundoperationen, selbst in der Wahl der Beispiele, dem A1go1–jtk1mus des Georg v. Peuerbach gleicht (eine Inhaltsangabe des letzteren bei Schmid, Encyk1opädie des Unterrichtswesens, Art. Rechnen, von Wildermuth, Bd. VI. S. 731, 1. Aufl.), aber noch die Regel de tri und Bruchrechnung, Gewichts und Münztabellen, sowie Beispiele des kaufmännischen Rechnens hinzufügt. Neben diesem, der indisch-arabischen Rechenmethode folgenden Lehrbuch verfaßte L. aber noch eine t!rit11meticA nach dem auf Boetius basirenden, damals handschriftlich weit verbreiteten Handbuch des Joh. de Muris, und auf diese beiden Gewährsmänner stützt sich dann auch seine „k1pitomO musie9„e während die .-’1’sb111O 1sesosute cke m0tjbus 1’r-met9.1–um 8.1i0rumqusupsrce1estjum m0bj1jum jam (18 nova eJ(tra(zt9 c:-18tigate o.t.c1ue re7jse" nebst vorangeschickter Anweisung zu ihrem Gebrauche sich an die Arbeiten des Joh. Regiomontanus anschließen.

Vgl. 13SOmmius in der 1sT0titi9. 1mjvers., k’rs„n(:Ok. 17Os- ko!. 48 u. 271 und die (nicht ganz correcten) Angaben bei Friedländer, Daß erste Decennium der Typographie in Frankfurt a. d. O. (Märkische Forschungen, II. 1843, S. 23 ff.).

R. Schwarze.
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