ADB:Lahr, Heinrich von der

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Artikel „Lahr, Heinrich von der“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), ab Seite 526, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lahr,_Heinrich_von_der&oldid=557988 (Version vom 24. Dezember 2009, 16:56 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Lahmeyer, Johann Wilhelm
Band 17 (1883), ab Seite 526. (Quelle)
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Lahr: Heinrich vo n der L., Preußischer Generallieutenant, am 7. October 1734 aus einer, ihres evangelischen Beke:mtnisses wegen nach Frankfurt a. M. außzgewanderten, niederländischen Kaufmannsfamilie geboren, gelangte durch seinen Großvater, den General du Moulin, in daß Berliner Cadettencorps. Als er aus diesem 1758 als Ingenieureleve nach Potsdam gekommen war, wo damals in seiner Waffe reges Leben herrschte und auf Lesebvre’ß Anregung namentlich die Minirkunft gepflegt wurde, nahm Oberst v. Balby, der spätere Commandeur des Ingenieurcorps, sich seiner an und bald nachher wurde der siebenjährige Krieg ihm eine vo1–treffliche praktische Schule Als 1757 vor der Schlacht von Roßbach Magdeburg bedroht schien, unterstellte Herzog Ferdinand von Braunschweig ihm –40 MAnsfelder Bergleute, was Veranlassung gab, daß er 17s4 zu den Mineurs kam. Vor T-ll11ütz sand er mit diesen gleich darauf reichliche Vorwendung, besouders ausgit–bige aber später, 17is2, Vor Schweidnitz, wo er namentlich [527] die Wirkungen der überladenen Minen kennen lernte. Nach Friedensschluß war er hervorragend bei Erbauung der Bergfeste Silberberg und bei Einrichtung der Vertheidigungsminen von Schweidnitz thätig; seine Kenntnisse und Erfahrungen durch Herausgabe einer 1776 geschriebenen, vortrefflichen Abhandlung „Berfuch über die Anwendung der Minen im Belagerungskriege oder militärischer Theil der Minirkunft", welche 1798 gedruckt wurde, weiteren Kreisen mitzutheilen verbot ihm König Friedrich, auf dessen Befehl der 1778 zu Breslau begonnene Druck unterbrochen wurde; als Entschädigung für den pekuniären Verlust erhielt er eine Präbende. Bei Ausbruch des baierischen Erbfolgekrieges zerstörte er die Straßen, welche über das Riesengebirge führten; 1789 wurde er als Major Chef des Mineurcorpis, für welches er das am 28. März desselben Jahres eingeführte Mineurreglement geschrieben hatte. Als solcher war er 1793 bei der Belagerung von Mainz gegenwärtig, wo er den Orden pour 1e 111es:rjte erhielt und wo er bis 1795 blieb, um die Festungswerke in Stand zu setzen. Daß Jahr 1807 verlebte er in Neiße, seiner Garuifon, ohne an der Capitulation der Festung einen verantwortlichen Antheil zu haben. Als bei der Reorganisation der Armee daß Mineurcorps in daß Pioniercorpes übt-rging, wurde er seines Alters wegen nicht wieder angestellt und starb 1816 zu Neiße im Ruhestande. Zeitschrift für Kunst, Geschichte und Wissenschaft des Krieges, 75. Bd., 1. Heft, Berlin 1849. – U. v. Bonin; Geschichte des Ingenieurcorps und der Festungen in Preußen, 1, Berlin 1877.

Poten.
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