ADB:Laidig, Hans Reichard

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Artikel „Laidig, Hans Reichard“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), ab Seite 527, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Laidig,_Hans_Reichard&oldid=557989 (Version vom 24. Dezember 2009, 15:37 Uhr UTC)
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LUidig: Hans Reichard L., Buchdrucker zu Hall in Schwaben im 1?. Jahrhundert. Die erste Druckerei in dieser Stadt wurde 1536 durch Peter Brubach, früher zu Hagenau im Elsaß (Panzer, Ann. tzsp. W’11, 117) und später zu Frankfurt a. M. (Hager, Buchdruckerkunst 111, 275; lf, 1171 errichtet. Nach oder neben ihm arbeitete Pankratius Oueck, sodann seit 1548 Peter Frenz, nach dessen Tode eine langePause bis zum Jahre 1635 eintrat, wo ein gewisser Lenz die Reihe wieder fortsetzt, der aber bloß aus einer handschriftlichen Notiz bekannt ist. Erst mit dem Jahre 1660 werden die Nachrichten über die Halrschen Druckereien wieder etwas bestimmter. Um diese Zeit und bis 1689 wirkte daselbst der Eingangs genannte Drucker, über dessen Le–bensverhältuisse jedoch wir nicht unterrichtet sind und dessen Thätigkeit überhaupt nur aus den Rothsprotoko1len der Stadt ersichtlich ist. Zufolge diesen war er „bestellter Buchdrucker“, in welcher Eigenschaft er die damals eingeführten Schulbücher, also Gesangbuch, Katechistnuß und Aehnliches zu drucken hatte, denn 1689 läßt der Rath den Buchbindern „per (ilecretum“ bedeuten, daß sie keine Schul- oder anderen Bücher als bei dem bestellten Buchdrucker sollten drucken lassen. In demselben Jahre „offerirte“ L. .,C. Rath dreißig Exemplare von neulich verfertigter „Se1–lenharpfe“ und bedankt sich, daß derselbe verordnet, die anderen Orts gedruckten deutschen Schulbücher in Stadt und Land a1-1S der Schule abzuschaffen. Es ist aus diesem Mandate unschwer zu ersehen, daß damals die Stellung eines Druckers in der ehemaligen freien Reichsstadt eine ziemlich prekäre war, denn in demselben Jahre bittet unser Drucker „um Verbesserung seiner Bestallung, sonderlich an Frucht, weil der Verdienst gar schlecht", worauf ihm der Rath „für dießmal 1 Scheffel Dinkel geben läßt“. Sein TOdesjahr ist unbekannt. Von den Erzeugnissen seiner Officin sind uns u. A. erhalten aus dem Jahre 1664 in Kleinoctav: „Vollkomn1enes Evangelium-Büchlein" und „Christliche Kirchen-Gebet, Welche An Sonn-, Fest-, Foyer und Wochentagen . . . in hiefiger deß heil. Reichs Statt Hall . .. vorgelesen werden", beide sauber gedruckt und das erstere mit Holzschuitten Versehen. Aus dem Jahre 1689 besitzt Man „Christliche Buß- und Gebets Andacht, So bey js tzigett höchst gefährlichen und beschwärlichen KriegsLäufften eifrig zu gebrauche1r. Diese Bücher [528] durften jedoch von dem Drucker selbst nicht verkauft werden, sondern es bestand ein abgesonderter Verlag eines Philipp Jakob Jäger, welcher.Buchbinder war. Wirtembergisch Franken N, 1 S. 52–53. Gräter, Iduna und Hermode 1813, 112. Moser, Oberamtsbeschreibung von Hall, S. 131.

J. Franck.
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