ADB:Lakman, Nikolaus
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Lllkemi`m: Nicolaus L., Dr. und Professor der Theologie, Provinzialminister der Franziskaner in der Otdensprovinz Sachsen, deren Westgrenze die Weser, südlich und östlich Böhmen und Polen war, wurde als Nachfolger des Dr. Matthias Döring (Bd.1s S. 347 f.s) in diese Stelle 1461 gewählt, als der Erzbischof Friedrich III. von Magdeburg (Bd.7ll S. .548 f.) im Auftrage des Papstes Pius 11. anfing gegen die Ordensprovinz in seiner Diöcese vorzugehen und zunächst den Couvent in Magdeburg,- dann aber auch die übrigen der in seinem Sprengel liegenden Franzistuner-Custodien zu reformiren. Matthias Döring, daß Haupt der Partei der Convtntua1en in dem trip-trtjtus O1-:1o„ hatte sein Amt umsomehr niedergelegt, als der Erzbischof ihm besonders wegen seiner Schritte zur Vertheidigung der heiligen Blutötoallfahtten nach Wilsnack grollte. Die Provinz wählte jetzt den versöhnlichen, den Martinianischen Conftitulionen nicht widerstrebenden L., der nun diese gemüßigte Reform durchführte, wie wenigstens aus Magdeburg und Görlitz (1462) bezeugt ist. Die strengen Observanten hielten sich ihm dennoch fern unter ihrem eigenen Provinzialvicar. L. stammte aus Danzig, scheint auch dort in den Orden getreten zu sein. Schon als gelehrtet Mann wurde er nach Michaelis 1443 an der Universität immatriculirt, wo er die volle Gebühr zahlte, also sicher nicht einfacher Bruder mehr war. Noch in demselben Jahre stimmte er in dt-r Facullät m:t für den Magdeburger br. Heinrich Tote (Tocke) gegen den Wilsnacker Hoftieucultus. Breeft in den Märk. Forsch. )clsy1, 217 nennt ihn bei der Gelegenheit Lechmann. L. blieb I-1j11jste1– p1ovjn(Jia1jsmconjse bis zu seinem Tode am 16. November 1479. In Schwerin hat sich von ihm ein Aufnahmeschein in die Gemeinschaft der guten Werke mit dem Siegel der Otdensptovinz erhalten (Ltsch, Jahrbuch I0’1, 234), auf der Rostocker Universitätsbibliothek zwei deft-cte, alle drei auß- gestellt auf dem Provinzialcapitek zu Lübeck 1478. WOker, Geschichte der norddeutschen Franziskaner-Missionen S. 19 läßt ihn irrig als von gleicher Gesinnung mit Döring erscheinen, freilich Observa11ten waren beioe nicht. Es scheint sicher, daß er die Veranlassung gab, das Werk seines Votgängetß, die bisi464 reichende Fortsetzung der Chronik des Theodor Engelhusius abermals weiter fortzuführen. Doch that er es nicht selber. sondern ein bisher unbekannter, ebenfalls aus Danzig stammender Minorit, der nachher in den neunziger Jahren sich augenscheinlich in Leipzig aufl)ielt. In dieser Fortsetzung spricht sich der Lakeman’sche Gegensatz gegen Döring in Bezug der Wilsnacker Wallfahrt deutlich aus. Mencken, Script. rer. (3e1–m. III. Sp. 26 und Riedel, c0c1. c1jp1. Br9t11(1. 1V- l, 209 ff. Script. rer. I.usut.- N. F. 1, 293.