ADB:Laurentius, Jakob

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Artikel „Laurentius, Jakob“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), ab Seite 65, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Laurentius,_Jakob&oldid=939480 (Version vom 24. Dezember 2009, 12:02 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Laurentius von Schnüffis (1. Artikel)
Band 18 (1883), ab Seite 65. (Quelle)
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Laurentius: Jacob L., als Exeget und mehr noch als heftiger Apologet im 17. Jahrhunderte bekannt, war um 1585 zu Amsterdam und hatte nacheinander die Predigerstellen zu Oude-Niedorp (1612), Diemen (1613), Hoog-Karspel (1617), Naarden (1618) und Amsterdam (1621) inne, wo er 1644 gestorben ist. Um 1617 begann er wider den Jesuiten Maximilian van der Sande oder Sandaeus, welcher die Reformation angegriffen hatte, den Kampf in seinem „Apologeticus primus“ und „Apologeticus secundus contra Sandaeum“, sowie in der Schrift: „Canteriata Jesuitarum conscientia“. Als Sandaeus hierauf mit einer „Castigatio conscientiae Jesuiticae canteriatae“ geantwortet hatte, erschien zu Amsterdam von Laurentius’ Hand „Vulpina jesuitica“ und [66] „Prodiga Jesuitarum liberalitas“, von Sandaeus in den „„Hyperbolae et castigatio prodigae Jesuitarum liberalitatis“ (1619) widerlegt. Bald griff er auch die katholischen Ansichten von der Autorität der alten Kirchenväter in seiner zu Leyden 1624 herausgegebenen Schrift „Reverentia ecclesiae Romanae erga S. Patres veteres subdola“ an und führte mit dem Heidelberger Dominicaner Coppenstein (Bd. IV, S. 471), welcher den Katechismus angefochten hatte, einen Federstreit. Er verfaßte in diesem Anlaß seine „Apologia catechesis Heidelbergensis“ und „Invicta veritas s. refutatio castigationis Coppensteinianae“, Amst. 1627. Nicht weniger entschieden trat er dem Katholicismus entgegen in seiner „Fabula papistica infernalis tripartita, de purgatorio, limbo puerorum et limbo patrum“, Amsterdam 1632, und im „Dialogus eucharisticus“, 1637. In seinem Antipapismus war er durchaus einseitig, wie seine Schrift: Hugo Grotius papizans“ 1642 besonders darthut, indem er darin die Ansichten des Grotius ganz ungenau und ohne Zusammenhang citirt. Noch 1830 hat der bekannte Kohlbrügge (Bd. XVI, S. 432) eine neue, dem Herrn Bilderdyk gewidmete Ausgabe dieses Schriftchens besorgt. Auch durch exegetische Arbeiten hat L. sich als gelehrter Theolog gezeigt: „Explicatio locorum difficilium in epistolis Paulinis“, Amst. 1624; „Expositio septem epistolarum Asiaticarum“, Amst. 1629, Harderov. 1649; „Carcer regius s. expositio historiae patriarchae Josephi“, Amst. 1630, 1642, 1670; „Sancti apostoli Jacobi epistola catholica explicata“, Amst. 1635, 1639, 1645, 1662, und „Commentarius perpetuus in epistolam priorem et secundam s. apostoli Petri“, Amst. 1641, 1647, Genev. 1649. Seine antipapistischen Schriften sind auf den römischen Index gesetzt. Seine „Conciones sacrae“ wurden nach seinem Tode 1649 zu Amsterdam publicirt.

Vgl. Pacquot, Mem. II, p. 615; Glasius, Godgel. Nederl.. und van der Aa, Biogr. Woordenb.
van Slee.
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