ADB:Laurentius von Schnüffis (1. Artikel)

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Artikel „Laurentius von Schnüffis (1. Artikel)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), ab Seite 65, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Laurentius_von_Schn%C3%BCffis_(1._Artikel)&oldid=558235 (Version vom 24. Dezember 2009, 11:53 Uhr UTC)
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Laurentius von Schnifis, geistlicher Dichter, mit seinem eigentlichen Namen Johann Martin geheißen, welchen er späterhin anagrammatisch in „Mirant“ verkehrte, war geboren zu Schnifis in Vorarlberg am 24. August 1683. Mit Glücksgütern nicht gesegnet, verließ er früh die Heimath, besuchte als fahrender Schüler mehrere deutsche Städte, mit Musik und Reimkunft seinen Unterhalt suchend, verdingte sich in Wien an einen Theaterunternehmer und kam endlich, von einem glücklichen Stern geführt, nach Innsbruck, wo er am Hoftheater deß Erzherzogs Ferdinand Karl ein Engagement fand. In dieser Stellung schwang er sich binnen Kurzem zu Besitz und Ehren empor, allein der frühe Tod des genannten Fürsten (1662) brachte. seinem Lebensgange eine unerwartete Wendung. Von tiefer Schwermuth erfaßt, wie Laurentius selbst in einer seiner Dichtungen schildert, entsagte er der Bühne, studirte Theologie und wurde Priester. In der Folge begab er sich in daß Noviziat des Kapuzinerklosters in Zug, woselbst er am 10. August 1665 daß; Ordeneskleid empfing. Fortan wirkte er in mehreren Klöstern der vorderösterreichischen Ordenspro`oinz als Seelsorger und Prediger, oblag jedoch nebenbei mit Eifer der Poesie Und Musik, wie seine zahlreichen gedruckten Dichtungen und Compositionen genugsam beweisen. Die gelehrten Pegnizschäfer, zumal Sigmund von Birken und Georg Phil. Harsdörffer schwebten ihm als Muster vor; doch übertraf er sie an Phantasie und Gefühkstiefe bedeutend. Kaiser Leopold I., der eines seiner Werklein (Mirantische Mayenpfeiff) selbst zu lesen sich herabließ, begabte ihn mit dem Ehrentitel eines 1J0etz ls.ursatus. An seinem Todestage ließ er sich noch eines seiner Lieder von den Freuden des Himmels unter Saitenspiel vortragen; am Claviere sitzend, starb er zu Constanz ain 7. Januar 1702. Sein erstes und zugleich sein Hauptwerk: „Mirantisches Flötlein, Oder Geistliche Schäfferey, in welcher Christus unter dem Namen Daphnis die in den Sündenschlaff vertieffte Seel Clorinda zu einem besseren Leben aufferwecket“, Constanz, bei David Hauff, 1682, ist dem Bischof Emerich Sinelli von Wien gewidmet. Die weiteren Dichtungen des Autors sind bei Goedeke l, 476 aufgezählt; doch fehlt dort das Gebetbuch „Viel-färbige Himmel-tz-Tulipan`“, 5. Aufl., Einsiedeln 1758, daß großentheils in Reimen geschrieben ist. 130111uz1cIustoO1(8.6ensis, 11jst. 19rov. Ant. A118trjs 1e 1s’r. I1. Oapu0Oj1torum 0:1.111p0(1. 1747„ p. 324–25. Vorarlberger Volksblatt, Jahrgang 1873, Nr. 78–97. Georg

Westermayer.
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