ADB:Scheits, Matthias

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Artikel „Scheits, Matthias und Andreas“ von Otto Beneke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 736–737, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Scheits,_Matthias&oldid=1682834 (Version vom 24. Mai 2012, 17:06 Uhr UTC)
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Scheits: Matthias (nicht Martin) und Andreas S., (oder Scheitz, auch Scheutz genannt) Vater und Sohn, zwei wackere Künstler des 17. und 18. Jahrhunderts, deren Werke, Zeichnungen, Gemälde, Radirungen bekannter geblieben sind als ihre Personalien. Und da der Sohn des Vaters Art und Weise befolgte, so werden auch die Werke beider häufig verwechselt. Matthias S., der Vater, war in Hamburg geboren, soll hier auch größtentheils gelebt haben und gegen Ende des 17. Jahrhunderts gestorben sein. Als Philipp Wouwerman’s Schüler scheint er dessen Manier nicht lange befolgt zu haben, da er später in Teniers’ Weise Bauerngruppen schuf und schließlich auch historische Bilder und gute Porträts malte. In Salzdahlen, Wilhelmshöhe, Pommersfelden und Schwerin befinden sich einige seiner Werke. Nach seinen Zeichnungen stachen verschiedene Künstler biblische Geschichten in Kupfer für ein Anno 1672 in Lüneburg gedrucktes Bibelwerk, bekannt unter dem Namen der Scheitzischen Bibel. Andere seiner geschätzten Zeichnungen wurden von anderen Kupferstechern vervielfältigt, einige ätzte er selbst. [737] Im Hamburger Künstlerlexikon ist eine Reihe seiner Blätter namhaft gemacht. Füßli und Andre verzeichnen ebenfalls seine Werke.

Sein Sohn Andreas S., geboren in Hamburg, seines Vaters Schüler, wurde Hofmaler in Hannover, wo er um die Mitte des 18. Jahrhunderts gestorben ist. Er zeichnete, malte, ätzte und radirte in seines Meisters Art und Geschmack, vielfach auch nach dessen Entwürfen. Man hat von ihm bäuerliche Scenen mit sehr guten Landschaften. Daß er identisch sei mit demjenigen Scheiß, den Matheson im „musikalischen Patrioten“ als Maler der Hamburger Oper bezeichnet, ist wohl nicht wahrscheinlich. Das Hamburger Künstlerlexikon verzeichnet (nach Nagler 15,172) zwölf vorzügliche Radirungen von seiner Hand und Invention. Oft liegen seinen Blättern originelle, poetisch angehauchte Gedanken zu Grunde, z. B. in der Darstellung eines alten Bettlers an der Heerstraße, dessen Hund den Tod zu verscheuchen trachtet, der seinen Herrn antritt!

S. Eckardt, Hamburger Künstlernachrichten S. 64, 65 und das Hamburger Künstlerlexikon S. 215 ff.
Beneke.
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