ADB:Schinz, Johann Heinrich
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Schinz *): Joh. Heinrich S., Staat–3mann, Historiker und Numiömatiker in Zürich, geboren Mitte September 1725, † am 12. April 1800, widmete sich dem Kaufmannstande, trat aber nach damaliger Sitte zugleich in den Staatsdienst seiner Vaterstadt. 1762 Mitglied des Großen Rathes, 1767 Director der Verwaltung des Salzregals, 1783 Mitglied des Kleinen oder Tägliche:! Rathes (der „Regierung“), Zeugherr und Generalinsvector der Artillerie, blieb S. bis zur Staatsumwälzung von 1798 Mitglied der Regierung. Von früh an widmete er sich aber zugleich gründlichstem Geschichtsstudium, betrieb sprachliche, numismatische, heraldische und Alterthumsforschung und legte eine kostbare Bücher-, Medaillen-, Handschriften- und Antiquitätensammlung an. Mehr und mehr wurde er dadurch in Zürich, wo hauptsächlich die classische Philologie und schöne Litteratur betrieben zu werden pfleg ten, der berufeue Vertreter des geschichtlichen Studiums und erwarb sich eine seltene Kenntniß insbesondere des Mittelalter8 und seiner Rechtszustände, in der ihm unter den schweizerischen Gelehrten damaliger Zeit Niemand gleichkam. As dem Verkehr und dem Briefwechsel mit S. schöpften auch Heinrich Füßli (s. A. D.B.Rsi11, 260) und Johann v. Müller vielfache Belehrung; intsbesondere beruht Füßli’s „Versuch einer diplomatischen Geschichte der Freiherrn von Regenßberg“ (Schweiz. Museum Jahrgang 1787) wesentlich auf S. Schinz leistete zugleich dem Staate in allen Dingen, wobei es auf diplomatische oder mercantilische Kenntnisse ankam, bei Verhandlungen im Ju- und Auslande, als Sachkenner und Vertrauenesmann die wichtigsten Dienste; wie er denn z.sB. noch 1795 im sogen. Stäfner-Handel ein Gutachten über die Waldmannischen Spruchbriefe von 1489 abgab, das freilich den Mißerfolg der darauf gegründeten „Erklärung“ der Regierung an die Gemeinden des Kantons Zürich nicht abwenden konnte. Von seinen Arbeiten veröffentlichte S. 1763 den „Vetfuch einer Geschichte der Handelschaft der Stadt und Landschaft Zürich“ – ein für jene Zeit ganz vorzügliches Buch, welches von der gründlichen Quellenkenntniß und dem Schatssinn des Verfassers zeugt – und 1765 seine „Beschreibung der Gewichten und Maaßen der Stadt *) Zu Bd.?TR?c1, S. 305.
[719] und Landschaft Zürich“, beide Schriften ohne Namen des Verfassers. Die letztere erschien zunächst in den Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich. In Füßlin’s Schweizerischem Museum erschienen 4von S., mit S. unterzeichnet, folgende „3Qbhandlungen: 1789 „Etwas über den alten Lokalzustand der Stadt Zürich und Muthmaßung über die Erbauung ihrer alten Ringmauern“ und „Von den Herrn und Grafen svon Embrach und Wülflingen“; 1790 „Ueber einige litterarHische Denkmale der Karolingischen Monarchen in Zürich“ und „Geschichte der Zürch. Wasserkirche“. Schii1z’ handschriftlicher Nachlaß, darunter eine „Geschichte des zürcherischen Münzwesens nebst andern Manuscripten gingen geschenkweise an die Stadtbibliothek in Zürich über, derenyMünzsammlung S. geordnet, durch Geschenke und Tausch vielfach bereichert hat und welcher ein Großneffe des verdienten Manness, auf den die Münzsammlung von S. überging, 1874 die kostbare ausländische Abtheilung derselben nebst Katalog – “ und Schinz’ fortgesetzter nu mismatischer Bibliothek (an 100 Bände) vermachte. Schinzens Schriften. – Sal. Vögelin (Kirchenrath, † 1849), Geschichte der Wasserkirche und der Stadtbibliothek Zürich, S. 119, im Neujahrsblatt der Stadtbibliothek.