ADB:Schoppe, Amalia

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Artikel „Schoppe, Amalia“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 32 (1891), S. 368–369, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schoppe,_Amalia&oldid=1686881 (Version vom 23. Juli 2014, 02:48 Uhr UTC)
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Schoppe: Amalia Emma Sophie Katharina geb. Weise. Sie war geboren am 7. October 1791 in der Stadt Burg auf der Insel Fehmarn (Schleswig-Holstein), wo ihr Vater als Physikus lebte († 1798). Die Mutter verheirathete sich wieder 1802 an einen Kaufmann in Kellinghusen. Die Tochter aber sandten sie zu ihrer weitern Ausbildung nach Hamburg, welche die Gelegenheit dazu auch gut benutzte und sich vielfache Kenntnisse, auch in verschiedenen Sprachen, aneignete. 1811 verheirathete sie sich mit dem Dr. jur. Schoppe daselbst. Die Ehe war indeß keine glückliche. Der Gemahl führte ein unordentliches Leben und starb 1829. Amalia übernahm jetzt ein Erziehungsinstitut für junge Mädchen, verbunden mit Pension, welches seit 1821 in Wandsbeck bestand; nachher wohnte sie wieder in Hamburg, von 1842 bis 1845 in Jena, dann [369] wieder in Hamburg, bis sie 1851 nach Amerika übersiedelte zu ihrem Sohn, der sich zu Shenadady im Staate Newyork niedergelassen hatte. Hier ist sie am 25. September 1858 gestorben. Sie ist eine ungemein fruchtbare Schriftstellerin, ihre Werke machen nicht weniger als 130 Bände aus. Unter denselben befindet sich eine große Reihe von Jugendschriften, z. B. „Die Abendstunden der Familie Holt“ 1823, „Die Auswanderer nach Brasilien“ 2. Aufl. 1852, „Die Holsteiner in Amerika“ 1858. Auch eine Haus- und Schulfibel gab sie 1830 nach einer verbesserten Methode heraus und 1832 eine Wandfibel, so auch einen Briefsteller für die Jugend 1817, später auch Briefsteller für Damen 1834, von dem noch 1865 die 5. Auflage erschienen ist. Von 1827 bis 1833 redigirte sie Pariser Modeblätter. Von 1847 bis 1851 gab sie das Taschenbuch Cornelia heraus. Außerdem war sie Mitarbeiterin an vielen Zeitschriften, für die sie Gedichte und Erzählungen allerlei Art lieferte. Desgleichen sind von ihr eine große Menge Romane, auch historische erschienen, in denen sie es allerdings mit der Geschichte nicht allemal zu genau nahm, sondern die Helden oft nach ihrem Gutdünken umbildete. Wir nennen „Die Verwaisten“ 1825; „Tycho de Brahe“ 2 Bde. 1839; „Die Schlacht bei Hemmingstedt“ 2 Bde. 1840; „König Erich und die Seinen“ 2 Bde. 1830 u. s. w. Wie sie sich des jungen Fr. Hebbel angenommen und zunächst die Veranlassung geworden, daß ihm weitere Ausbildung ermöglicht ward, erzählt E. Kuh, Fr. Hebbel, Wien 1877 ausführlich. Die Verfasserin hat selbst „Erinnerungen aus meinem Leben“ in 2 Bänden herausgegeben, die jedoch schon Altona 1838 erschienen sind.

v. Schindel, Deutsche Schriftstellerinnen III, 237. – Raßmann, Gallerie 2. Forts. 1821, S. 62; – dessen Pantheon S. 300. – Lübker-Schröder, S.-H. Schriftstellerlexikon II, 526. – Alberti, II, 353. – Hamb. Schriftstellerlexikon VI, 6. – Goedeke, Grundriß II, 632 ff. – R. König, Litteraturgeschichte S. 723 und 807.
Carstens.