ADB:Speier, Wilhelm

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Speier, Wilhelm“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), ab Seite 97, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Speier,_Wilhelm&oldid=887522 (Version vom 25. Dezember 2009, 06:01 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Speidel, Johann Jacob
<<<Vorheriger
Speidel, Johann Jacob
Band 35 (1893), ab Seite 97. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Nach PND-Nummer Suchen
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

Speier: Wilhelm S. (Speyer), beliebter Liedercomponist, unter dem Namen „der Lieder-Speyer“ allgemein bekannt. Am 21. Juni 1790 zu Frankfurt a. M. als Sohn eines reichen jüdischen Kaufmanns geboren, kam er in einem Alter von vier Jahren nach Offenbach, damals einer hervorragenden Stätte des Musiklebens, und wuchs dort auf. Schon frühzeitig wurde sein musikalischer Sinn durch Aufführungen in dem Hause des kunstsinnigen Fabrikauten Bernard geweckt, der sich eine eig:-ne 20 Personen starke Hauescapelle hielt. Bei dem Leiter derselben, Ferdinand Fränzl, und nachher bei dem geistreichen Violinvirtuosen Paul Thieriot aus Leipzig nahm Violinunterricht; Hofrath Anton Andts wax sein Lehrer in der Theorie. Nach zweijährigem Besuch der Universität Heidelberg und längeren Reisen sah er sich bei seiner Rückkehr durch die Verhältnisse genöthigt, Kaufmann zu werden. In den zwanziger Jahren siedelte er von Offenbach nach Frankfurt a. M. über. Unter seinen Compositionen trafen seine zahlreichen Lieder, namentlich „der Trompeter“, „Rheinsehnsucht“ und „die drei Liebehen“ in ihrer einfachen, melodiöset7, etwas sentimentalen Art sehr gut den damals herrschenden Zeitgeschmacl und erlangten eine große Popularität. Unter seinen Werken für Instrumen1almusik sind drei Quartette und ein Quintett für Streichinstrumente, Duos für Violine und Clavier u. a. m. zu finden. Bei dem Erfolg seiner Lieder, seinem musikalischen Ehrgeiz und seinem Wohlstande hat es S. verstanden, zu vielen bedeutenden Musikern seiner Zeit in freundschaftliche Beziehungen zu treten und als Componist und Musikmäcen in Frankfurt a. M. eine bedeutende Rolle zu spielen. Er starb daselbst am 5. April 1878 in einem Alter von beinahe 88 Jahren.

F. J. Fétis, Biographie universelle des Musiciens, II. Ed., Tom. VIII, 1865, p. 79. – H. Mendel, Musikalisches Conversationslexikon, 1)(, 1878, 351. – H. Riemann, Musiklexikon, 3. Aufl., 1887. – Frankfurter Zeitung vom 21. Juni 1890, Nr. 172.
Alexander Dietz.
Persönliche Werkzeuge