ADB:Speidel, Johann Jacob
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Speidel: Johann Jacob S. (Speidelius), Rechtsgelehrter und juristischer Schriftsteller; geboren zu Stuttgart am Ausgange des 16. Jahrhunderts, –i– nach 1666. Von S. ist nur bekannt, daß er in Tübingen unter Besold die Rechte studirte, etwa ums Jahr 1630 zur katholischen Kirche übertrat, später kaiserlicher Hofrath und Kanzler des Erzherzogs Sigismund Franz, Fürstbischofs von Augsburg wurde, als Delegirter des Hauses Oesterreich dem Reichstage zu Regensburg anwohnte und in vorgerückten Jahren mit Tod abging. – S. hat sich hauptsächlich als juristischer Schriftsteller hervorgethan. Sein Hauptwerk: „8y110ge qu:-1S8ti0uum „juri(1j(sru1n Sc[)01itjcärUlll (u1tra 1400) 8e0un(1um A1pba– beti St 111zteriarum Serism äisp0Sitsrum“ erschien zuerst 1627 zu Tübingen in 49; die zweite (1441 Folioseiten umfassende) Auflage ebenda 1653. Dieses seiner Zeit hochgeschOte Werk – eine umfassende Rechts Encyklopädie, welche unter reicher Litteraturangabe über juristische, staatsrechtliche und politische [97] Fragen Aufschluß giebt –, überlebte lange dessen Verfasser. Nach Speidel’s Tode veranstaltete der württembergische Prokanzler und Lehnspropst Johann Jacob Curtius unter dem Titel: „13jb1jotllecz „juriäjes. uni7ersz1js eine neue mit Zusätzen bereicherte Auflage; und 1728 – also gerade 100 Jahre nach dem ersten Erscheinen des Buches – wurde es von des Curtius Enkel, Jacob David Mögling, Professor des kanonischen Rechtes zu Tübingen, abermals vermehrt in Folio herausgegeben. Ferner besorgte S; von dem berühmtesten Werke seines Lehrers Besold, dem „’1’11eszurus pr:-1„Oticus (:o11tinen8 eJ(p1iOstjo11en1 termi110rum atqu0 01ausutorum ju au1js er (1i0asrerjjs R. C3. Imp. usitztorum C-t(:.“ die erste Ausgabe (Tüb. 1629, 4o); auch die folgende (Tüb. 1643 fol.) aus Papieren Besold’s und durch Zusätze Speidel’s wesentlich erweitert. Spätere Editionen sind von Chr. L. Dietherr und Ahasv. Fritsch. – Außerdem besitzen wir von S.: „1z.(1(1itjo11es j11 Martini liume1j11j (1isit. Ac-t(1. ju 8ures.111 bun8m“ (Tüb. 1631, 40). – „1sl0tabj1ia „jurj(1.–bistor.–po1iti08r (t4rgsut. 1634 4o). – und „8p90u1um .jurj(1.–p01it.–plli101.–bist0r. 0bsery8.ti0num“ (yNürnb. 1657, Fol., 2 Bände). Die zweite, unveränderte Auflage dieses der Sylloge nachgebildeten Werkes wurde (mit einem von Fritsch 1686 gefertigten :zppen(1j1) nach des Verfassers Tode von Dietherr veröffentlicht (Nürnberg 1683, Fol.). M. V. Someren hat S. im Jahre 1666 nach dem Leben in Kupfer gestochen mit kräftigen Gesichtszügen in der Gelehrtentracht jener Zeit.
- Chr. L. Dietherr in der Vorrede zur 2. Aufl; des 8peOu1um. – Jöcher, S. y. Speidel.– Stintzing, Geschichte der Deutschen Rechtswissenschaft, I, 695.