ADB:Treitschke, Georg Friedrich

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Artikel „Treit(z)schke, Georg Friedrich“ von Max Mendheim in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 38 (1894), S. 558, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Treitschke,_Georg_Friedrich&oldid=1701768 (Version vom 23. Oktober 2014, 10:08 Uhr UTC)
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Treit(z)schke: Georg Friedrich T., Dichter und Entomolog, der älteste Sohn des Bürgers und Kaufmanns Daniel Friedrich T. und seiner Gattin Laurentia Clara, geb. Meysel, wurde am 29. August 1776 in Leipzig geboren. Er widmete sich gleichfalls dem Handelsstande und wurde 1793 von seinem Vater zur weiteren Ausbildung in die Schweiz geschickt. Seine Vorliebe fürs Theater und für die Dichtkunst fand neue Anregung, als er in Zürich mit dem Prediger und Dichter Johann Georg Geßner bekannt wurde. 1797 kehrte T. nach Leipzig zurück, blieb hier im kaufmännischen Berufe thätig bis zum Tode seines Vaters (1799) und widmete sich dann ganz der Beschäftigung mit den schönen Wissenschaften. Seine erste dramatische Arbeit „Das Bauerngut“, eine Fortsetzung des kleinen Lustspiels „Die beiden Billets“ von Christian Leberecht Heyne (genannt Anton Wall), wurde auf vielen deutschen Bühnen mit Beifall gegeben. T. ging nun im J. 1800 selbst zur Bühne über, lernte 1802 auf einer Reise nach Wien den dortigen Leiter der Hoftheater, Freiherrn v. Braun, kennen und wurde von diesem bald darauf als Regisseur und Dichter am k. k. Hoftheater angestellt. In Wien vermählte er sich dann auch am 23. October 1805 mit der Tänzerin Magdalena de Caro (geb. am 25. April 1788 zu Civitavecchia, † am 24. August 1816 zu Wien), die ihm in elfjähriger Ehe einen Sohn und zwei Töchter gebar, wurde 1809 Vicedirector des Theaters an der Wien und, nach der Trennung der beiden Hofbühnen, 1811 Director dieses Theaters. 1814 erhielt er wieder eine Anstellung als Regisseur am Hoftheater, 1822 eine solche als Hoftheaterökonom, mit der zugleich die Aufsicht über die Casse und das Rechnungswesen verbunden war. In seinen Mußestunden schrieb T. zahlreiche Singspiele und Operntexte, unter denen besonders sein Libretto zu Beethoven’s „Fidelio“ (1814) Bedeutung erlangte. Durch seine Bekanntschaft mit dem Schauspieler Ferdinand Ochsenheimer, der sich zugleich als Schmetterlingsammler und Entomolog bekannt gemacht hat, gewann T. auch Interesse für die Naturwissenschaften, setzte vom 5. bis zum 10. Bande dessen Werk „Die Schmetterlinge Europas (Leipzig 1825–35) fort und gab noch mehrere andere naturwissenschaftliche Schriften heraus. Auf schönwissenschaftlichem Gebiete bewährte er sich noch durch zahlreiche Beiträge über Musik und Theater für Zeitschriften und Tagesblätter, sowie durch Herausgabe mehrerer Gedichtsammlungen, wie: „Musenalmanach für das Jahr 1805. Herausgegeben von Karl Streckfuß und Georg Friedrich Treitschke“, „Musenalmanach für das Jahr 1808. Hrsg. von August Kuhn und Georg Friedrich Treitschke“, und durch eigene Gedichte, von denen 1817 und 1841 eine Ausgabe erschien. Einen Theil seiner dramatischen Stücke veröffentlichte er gesammelt unter dem Titel „Singspiele nach dem Französischen“ (5 Bde., Wien 1808). T. starb am 4. Juni 1842 in Wien.

Neuer Nekrolog der Deutschen, 20. Jahrgang, 1842. – Wurzbach, Biographisches Lexikon, 47. Theil.
Max Mendheim.