| Textdaten |
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| Autor: |
Georg Trakl |
| Titel: |
Abendlied |
| Untertitel: |
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| aus: |
Gedichte, S. 57 |
| Herausgeber: |
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| Auflage: |
1. Auflage |
| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1913 |
| Verlag: |
Kurt Wolff Verlag |
| Drucker: |
{{{DRUCKER}}} |
| Erscheinungsort: |
Leipzig |
| Übersetzer: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Der Jüngste Tag. Die Bücherei einer Epoche. Herausgegeben von Heinz Schöffler. Faksimile-Ausgabe. Band 1. Frankfurt am Main: Societäts-Verlag 1981. Scans auf Commons |
| Kurzbeschreibung: |
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| Erstveröffentlichung in: Der Brenner. Halbmonatsschrift herausgegeben von Ludwig von Ficker. III. Jahr. Heft 10. Innsbruck: Brenner Verlag, 15. Februar 1913. S. 425 |
Artikel in der Wikipedia
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[57]
ABENDLIED
Am Abend, wenn wir auf dunklen Pfaden gehn,
Erscheinen unsere bleichen Gestalten vor uns.
Wenn uns dürstet,
Trinken wir die weißen Wasser des Teichs,
5
Die Süße unserer traurigen Kindheit.
Erstorbene ruhen wir unterm Hollundergebüsch,
Schaun den grauen Möven zu.
Frühlingsgewölke steigen über die finstere Stadt,
Die der Mönche edlere Zeiten schweigt.
10
Da ich deine schmalen Hände nahm
Schlugst du leise die runden Augen auf,
Dieses ist lange her.
Doch wenn dunkler Wohllaut die Seele heimsucht,
Erscheinst du Weiße in des Freundes herbstlicher Landschaft.