An Herrn Geheimerath von Ittner
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
An Herrn Geheimerath v. Ittner,
Curator der Universität zu Freiburg,
bei dessen Gesandtschaftsreise in die Schweiz
____
Se bhüetich Gott der Her, und zürnet nüt! 5
Der Chrüterma vo Badewiler *)[1] hetmer’s mengmol gseit, und gfluecht derzu, es soll 10
wie Ihr in siebe Here-Ländere seig.I wills nit repetiere. Besser wärs, 15
kei Sternli meh vom blaue Himmelszelt,kei Blüemli meh im grüene Matte-Grund. 20
und woni näumen ane lueg, se siehtwas hent der gmeint? e Hypnum? Nei se steht 25
se chummi in mim goldne Sunntigrock,(es heißt, mer werden alli neu gstaffirt), 30
„und bschaut e Bluemli, ’s wird Dudaim *)[4] sy.“[5] Druf laufi, was i laufe cha, d’Stroß uf; 35
„der seigets. Hani nit vor langer Zit„beim Kaiserwirth e Schöpli mitich gha? 40
Jez bhüet ich Gott, und spar ich frisch und gsunduf Euer lange Berg- und Schwizer-Reis. 45
Wie glitzert uffem See der Silberstaub!Wie wechsle hundertfältig Farb und Glanz, 50
zuem Himmel uf durs Morgeduft! Es schnuuftmeng Geißli dört und menge schöne Bock. 55
d’Frau Limeth, und vergesset’s Heimcho nit;’s sin herwärts Schwarzwald gar viel bravi Lüt, 60
ihr Vogtma z’Friberg, und sie singe schön,und rede mittich allerlei; ’s verstands |
- ↑ [3] *) Herr Geheimrath Gmelin, der berühmte Verfasser der Flora Badensis, welchen Herr von Ittner, ein ebenfalls großer Kenner der Botanik, zuweilen auf seinen botanischen Wanderungen begleitete.
- ↑ **) Eine Art Laubmoos.
- ↑ Riedgras.
- ↑ [4] *) Eine aus der Bibel bekannte Pflanze; nach der Meinung der Exegeten, Alraun oder Mandragora.
