An die Hofnung.
Im August 1770.
Wolthätigste der Feen!
Du, mit dem weichen Sin,
Vom Himmel ausersehen,
Zur Menschentrösterin!
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Schön, wie die Morgenstunde,
Mit rosigem Gesicht,
Und mit dem Purpurmunde,
Der Honigrede spricht!
Du, die mich oft erheitert,
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Vernim, o Hofnung, mich!
Mein freies Herz erweitert
Zu Lobgesängen sich.
Sie lodern mit dem Feuer
Des frommen Danks empor.
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O neig auf meine Leier
Dein algefällig Ohr!
Als, mit dem goldnen Alter,
Der Unschuld Glük entwich,
Da sandten die Erhalter
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Gequälter Menschen dich:
Daß du das Unglük schwächtest,
Des Lasters Riesensohn,
Und Freuden wiederbrächtest,
Die mit der Unschuld flohn.
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Nun wandelt im Geleite
Dir ewig Ruhe nach.
Im Aufruhr und im Streite
Mit grausem Ungemach,
Ertheilest du dem Müden,
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Eh gar sein Mut erschlaft,
Erquickung oder Frieden,
Und neue Heldenkraft.
Du scheuchest von dem Krieger
Das Grauen der Gefar,
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Und tröstest arme Pflüger,
Im dürren Mangeljahr.
Aus Wind und lauem Regen,
Aus Sonnenschein und Thau,
Verkündest du den Segen
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Der zartbesprosten Au.
Von deinem Flügel düftet
Ein Balsam für den Schmerz.
Bei seinem Weben lüftet
Sich das beklomne Herz.
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Dein Odem hauchet Kräfte
Verwelktem Elend ein;
Erstorbne kalte Säfte
Belebt dein milder Schein.
Du bist es, die dem Kranken
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Die Todesqualen stilt;
Mit wonnigen Gedanken
Von Zukunft ihn erfült;
In seinen lezten Träumen
Das Paradies ihm zeigt,
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Und unter grünen Bäumen
Die Lebensschale reicht.
Die du den armen Sklaven
Im dunkeln Schacht erfreust;
Von unverdienten Strafen
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Erlösung prophezeist;
Dem im Tyrhenermeere
Die Last des Ruders hebst,
Und über der Galeere,
Wie Frühlingswehen, schwebst;
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O Göttin! Deine Stimme
Tönt der Verzweifelung,
In ihrem tauben Grimme,
Noch oft Beruhigung.
Dein holder Blik entwinket[1]
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Sie gieriger Gefar.
Der Todesbecher sinket,
Der schon am Munde war. –
Und ach! – Verschmähte Liebe
Bräch’ ihren Wanderstab
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Getrost entzwei, und grübe
Sich vor der Zeit ihr Grab.
Doch du hebst ihr im Leiden
Das schlaffe Haupt empor,
Und spiegelst ihr die Freuden
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Erhelter Zukunft vor.
Das hat mein Herz erfahren! –
Schon lange wäre wol
Von meinen Trauerjahren
Die kleine Summe vol.
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Dem Kummer hingegeben,
Brach mir bereits der Blik.
Du loktest mich ins Leben
Mit Schmeichelei zurük. –
„Vielleicht, daß deiner Zären
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Die lezte bald verschleicht.
Wie lange wird es währen?
So hauchest du vielleicht
Den Seufzer ihr entgegen,
Dem Lieb’ und Glük verliehn,
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Die Harte zu bewegen,
Die unempfindlich schien.
Und wählt sie auch hienieden
Dich nie aus Sterblichen,
So ist sie dir beschieden
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Vielleicht bei Seligen.
Bei Seligen, wo Liebe
Die Seelen alle fült,
Und jede Brust die Triebe
Der andern Brust vergilt.
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Wann, sonder Erdenmängel,
Dein Reiz in Fülle blüht,
Und Anmut holder Engel
Dir aus dem Auge sieht;
Wann sich zur Engelseele
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Die deinige verschönt,
Und himlisch deine Kehle
Zur Himmelsharfe tönt:
Dann, süsser Lohn der Treue!
Beschleicht die leere Brust
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Erbarmen oder Reue,
Vol reiner Liebeslust.
In Amaranthenlauben
Beseliget sie dich.“ –
O Paradiesesglauben,
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Erhalt und stärke mich!