An die Sonne, ein Morgengesang.
Feyre ringsum, hoher Aether!
Und ihr Thäler und ihr Berge,
Erd’ und Meer und Lüfte schweiget!
Schweigt ihr Vögel, schweig’ o Echo,
5
Denn zu uns will Phöbus nahn,
Der lockige Sänger mit hellem Gesang.
O du der holden Aurora
Vater, Du, der die rosige Bahn
Mit dem Flügeltritt der Roße verfolgt,
10
Frohlockend im goldenen Haar
Den unendlichen weiten Himmel hinan.
Um dich windend den vielgelenkigen Strahl
Wirfst du Glanz, wie ein güterreiches Netz,
Um die Weite der Erd’ hinaus
15
Und Ströme himmlischen Feuers
Bringen von dir uns her den erwünschten Tag.
Der stille Chor der Sterne tanzt
Am Olympus dir dem Könige, Reihentanz,
Anstimmend dir sein ewiges, heiliges Lied
20
Nach deiner Leier Klang.
Indeß dort gegenüber die blasse Luna führt
Den nächtlichen Chor hinweg,
Bespannt den Wagen mit weißer Stiere Gespan.
Er aber freut in seinem Gemüth sich hoch
25
Der Gütige und sendet der Erde reichen Schmuck.