Auf ein Soldatenbild

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Autor: Kurt Tucholsky
Titel: Auf ein Soldatenbild
Untertitel:
aus: Das Lächeln der Mona Lisa, S. 380-381
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1928
Erscheinungsdatum: 1929
Verlag: Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[380]
Auf ein Soldatenbild


Hoher Kragen, eingezwängt
in die Affenjacke;
der Zivilleib, angestrengt,
weicht dem Zeitgeschmacke.

5
     Fremd und leer blickt dein Gesicht.

     Du verstehst das Ganze nicht.

Letztes Bild und letzter Klang –
du bist weggegangen.
Und ich muß nun lebenslang

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mich nach beiden bangen.

     Um dich pflügt der Bauernpflug –
     Du bist Lehm und hast genug.

[381]

Lieber, seh ich heut dich an,
häßlich und verkleidet,

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hab ich oft dich toten Mann

grüßend sehr beneidet.
     Läuse, Leutnant, blutiges Gras –
     Sage, wofür tatst du das?

Auf uns sieht derselbe Mond,

20
sehn dieselben Sterne –

Deutschland, ewig knechtgewohnt,
lechzt nach der Kaserne.
     Qual, vier Jahr, gestohlnes Fressen
     sind vergessen – sind vergessen…

25
     Brüllend rufen Rottenlieder:

     „Morgen wieder! morgen wieder!“
Gruß dir –!
 Du bist dran zerschellt:
an dem letzten Dreck der Welt.

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