Das Füllen.
Ein Füllen, das die schwere Bürde
Des stolzen Reuters nie gefühlt,
Den blanken Zaum für eine Würde
Der zugerittnen Pferde hielt;
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Dieß Füllen lief nach allen Pferden,
Worauf es einen Mann erblickt,
Und wünschte, bald ein Roß zu werden,
Das Sattel, Zaum und Reuter schmückt.
Wie selten kennt die Ehrbegierde
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Das Glück, das sie zu wünschen pflegt!
Das Reutzeug, die gewünschte Zierde,
Wird diesem Füllen aufgelegt.
Man führt es streichelnd hin und wieder,
Daß es den Zwang gewohnen soll;
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Stolz geht das Füllen auf und nieder,
Und stolz gefällt sichs selber wohl.
Es kam mit prächtigen Geberden[1]
Zurück in den verlaßnen Stand,
Und machte wiehernd allen Pferden
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Sein neu erhaltnes Glück bekannt.
Ach! sprach es zu dem nächsten Gaule,
Mich lobten alle, die mich sahn;
Ein rother Zaum lief aus dem Maule
Die schwarzen Mähnen stolz hinan.
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Allein wie giengs am andern Tage?
Das Füllen kam betrübt zurück,
Und schwitzend sprach es: Welche Plage
Ist nicht mein eingebildet Glück!
Zwar dient der Zaum, mich auszuputzen;
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Doch darum ward er nicht gemacht.
Er ist zu meines Reuters Nutzen
Und meiner Sklaverey erdacht.
Was wünscht man sich bey jungen Tagen?
Ein Glück, das in die Augen fällt;
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Das Glück, ein prächtig Amt zu tragen,
Das keiner doch zu spät erhält.
Man eilt vergnügt, es zu erreichen;
Und, seiner Freyheit ungetreu,
Eilt man nach stolzen Ehrenzeichen,
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Und desto tiefrer Sklaverey.