| Textdaten |
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| Autor: |
Christian Fürchtegott Gellert |
| Titel: |
Der Arme und der Reiche |
| Untertitel: |
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| aus: |
Sämmtliche Schriften. 1. Theil: Fabeln und Erzählungen, Erstes Buch. S. 83 |
| Herausgeber: |
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| Auflage: |
1. Auflage |
| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1769 |
| Verlag: |
M. G. Weidmanns Erben und Reich und Caspar Fritsch |
| Drucker: |
{{{DRUCKER}}} |
| Erscheinungsort: |
Leipzig |
| Übersetzer: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Scans auf Commons |
| Kurzbeschreibung: |
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| Erstdruck 1746/48 |
Artikel in der Wikipedia
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[83] Der Arme und der Reiche.
Aret, ein tugendhafter Mann,
Dem nichts, als Geld und Güter fehlten,
Rief, als ihn einst die Schulden quälten,
Das Glück um seinen Beystand an.
5
Das Glück, das seine liebsten Gaben
Sonst immer für die Leute spart,
Die von den Gütern beßrer Art
Nicht gar zu viel bekommen haben,
Entschloß sich dennoch auf sein Flehn,
10
Dem wackern Manne beyzustehn,
Und ließ ihn in verborgnen Gründen
Aus Geiz verscharrte Schätze finden.
Er sieht darauf in kurzer Zeit
Von seinen Schuldnern sich befreyt.
15
Doch ist ihm wohl die Noth benommen,
Da, statt der Schuldner, Schmeichler kommen?
So oft er trinkt, so oft er ißt,
Kömmt einer, der ihn durstig küßt,
Nach seinem Wohlseyn ängstlich fraget,
20
Und ihn mit Höflichkeit und List,
Mit Loben und Bewundern plaget,
Und doch durch alles nichts, als daß ihn hungert, saget.
O Glücke! rief Aret, soll eins von beiden seyn;
Kann alle Klugheit nicht von Schmeichlern mich befreyn:
25
So will ich mich von Schuldnern lieber hassen,
Als mich von Schmeichlern lieben lassen.
Vor jenen kann man doch zuweilen sicher seyn;
Doch diese Brut schleicht sich zu allen Zeiten ein.