Der Psalmensänger
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Siehe da flog im offnen Fenster, vor dem er seine Hände ausbreitete, eine Heuschrecke auf den Saum seines Kleides und fing ihren hellen Morgengesang an. Eine Menge Heuschrecken versammleten sich um sie her: die Nachtigall flog heran und alle Nachtigallen wetteiferten mit einander zum Preise des Schöpfers. Das Ohr des [279] Königes ward aufgethan, und er vernahm den Gesang der Vögel, die Stimme der Heuschrecke und aller Lebendigen, das Murmeln der Bäche, das Rauschen der Haine, den Klang des Morgensterns, den entzückenden Klang der aufgehenden Sonne. Verlohren im hohen Einklange der Stimmen, die unaufhörlich und unermüdet den Schöpfer loben, verstummete er und fand sich in seinen Gesängen selbst hinter der Heuschrecke, die noch auf dem Saum seines Kleides girrte. Demüthig ergriff er die Harfe und sang: lobet den Herrn, ihr alle seine Geschöpfe; lobe den Herrn auch du, mein Innerstes, du meine verstummende Seele. |
