Die Kartenlegerin

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Textdaten
Autor: Joachim Ringelnatz
Titel: Die Kartenlegerin
Untertitel:
aus: 103 Gedichte, S. 38-39
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1933
Verlag: Ernst Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: Digitale Drucke der Uni Bielefeld
Kurzbeschreibung:
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[38] Die Kartenlegerin
Das Schiff war schon im Hafen leck.
Man besserte an dem Schaden.
Das Schiff hatte Fässer geladen
Und Passagiere im Zwischendeck.
5
Mittags stieg eine Negerin
In das Matrosenlogis.
Sie wäre Kartenlegerin,
Bedeutete sie.
„Two shillings“ – oder ein Kleidungsstück,
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Sie zeigte auf wollene Sachen.
So eine weiß manchmal, wie man sein Glück
Kann machen.
[39] Sie redeten voreinander dumm,
Gaben der Alten zu saufen,
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Drückten ihr lachend am Busen herum
Und ließen sie dann laufen.
Nachts hockte die alte, schwarze Kuh
An Deck zwischen Fässern und Tauen.
Vor ihr lag Kuttel Daddeldu
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Dienstmüde und dachte an Frauen.
Da legte die Kartenlegerin
Die Karten, die ihn betrafen,
An Deck und murmelte vor sich hin.
Kuttel war eingeschlafen.
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Sie murmelte Worte in den Wind.
Das Schiff fing an zu rollen.
Das Schiff und die Menschen darauf sind
Verschollen.
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