aus Wikisource, der freien Quellensammlung
| Textdaten |
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| Autor: |
Alfred Lichtenstein |
| Titel: |
Die Stadt |
| Untertitel: |
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| aus: |
Erstdruck 1913 in »Die Aktion« III, Nr. 40, 4.10.1913, Sp. 945 |
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| Entstehungsdatum: |
1913 |
| Erscheinungsdatum: |
1913 |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Waltraud Wende (Hg.): Großstadtlyrik. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-009639-1, S. 84f. |
| Kurzbeschreibung: |
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Artikel in der Wikipedia
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Die Stadt
Ein weißer Vogel ist der große Himmel.
Hart unter ihn geduckt stiert eine Stadt.
Die Häuser sind halbtote alte Leute.
Griesgrämig glotzt ein dünner Droschkenschimmel.
5
Und Winde, magre Hunde, rennen matt.
An scharfen Ecken quietschen ihre Häute.
In einer Straße stöhnt ein Irrer: Du, ach, du –
Wenn ich dich endlich, o Geliebte, fände ...
Ein Haufen um ihn staunt und grinst voll Spott.
10
Drei kleine Menschen spielen Blindekuh –
Auf alles legt die grauen Puderhände
Der Nachmittag, ein sanft verweinter Gott.