Eine sprachliche Unart

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Titel: Eine sprachliche Unart
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1873
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Bild
[[Bild:|250px]]
Bild
{{{EXTERNESBILD}}}
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Link zur Indexseite


[019] Eine sprachliche Unart. Es sind namentlich unsere österreichischen Freunde von der Feder, von welchen wir z. B. Folgendes lesen: „Clara und Cäcilie sitzen am Sopha.“ - Wo sitzen sie nun eigentlich? - „Der Graf fuhr am See?"“ - Wo fuhr er da? - „Der Mann stand am Berge.“ - Wo stand er da? Ist es nicht unartig, uns in solcher Ungewißheit zu lassen? Dieses „am“ ist eine Eigenthümlichkeit der österreichischen Schriftsprache, aber keine berechtigte; es entstand aus der Zusammenschleifung von aus dem, aufm, aum, am. Am kann aber nie etwas Anderes bedeuten, als an dem, und ebendarum drücken obige Beispiele alle das Gegentheil von dem aus, was sie bezeichnen wollen. Clara und Cäcilie sitzen an dem Sopha, also daneben. Der Gras fuhr an dem See, folglich auf dem Lande, das Ufer entlang. Der Mann stand an dem Berge, also am Fuße oder Abhange, aber noch lange nicht auf dem Berge. Wir sind wohl zu der Bitte berechtigt, der deutschen Sprache und ihrer Correctheit und Klarheit zu Liebe diese Unart abzuschaffen

Persönliche Werkzeuge