Erinnerung Wie tanzt durch meine Träume

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Textdaten
Autor: Kurt Tucholsky
unter dem Pseudonym
Theobald Tiger
Titel: Erinnerung Wie tanzt durch meine Träume
Untertitel:
aus: Die Weltbühne. Jahrgang 14, Nummer 23, Seite 530
Herausgeber: Carl von Ossietzky
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 6. Juni 1918
Verlag: Verlag der Weltbühne
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
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Erinnerung von Theobald Tiger

Wie tanzt durch meine Träume Josephine!
Das gute Kind! wie war sie dick und rund!
In luftiger Seide und sonst sine-sine,
so satt, so frisch und so gesund!

Sie neigt sich und sie spricht: „Weißt du noch, Junge?
Die Havel blitzt, es rauscht der Wind im Schilf,
es gibt Tomaten, Eier, Pökelzunge,
du stopfst, bis du nur hauchst: Luft, Samiel, hilf!

Und dann das Bad und dann ein Schlaf im Freien!
und immer dieses helle, weiße Licht!
Ich glaub, du, das war Sünde mit uns zweien –
wir lebten uns, und das, das darf man nicht!“

Sprachs und verschwand. Durch graue Gazeschleier
der Zigarette schau ich in die Luft –
Ja damals! Damals gabs noch Spiegeleier
und Butter und den warmen Bratenduft …

Dahin, dahin. Ich seh auf den Kalender:
Eins, neun, eins, acht! wir haben unser Heer,
wir haben Belgien und Serbien als Pfänder –
doch das ist weg … und kommt nicht mehr.


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