Erinnerung von Theobald Tiger
Wie tanzt durch meine Träume Josephine!
Das gute Kind! wie war sie dick und rund!
In luftiger Seide und sonst sine-sine,
so satt, so frisch und so gesund!
Sie neigt sich und sie spricht: „Weißt du noch, Junge?
Die Havel blitzt, es rauscht der Wind im Schilf,
es gibt Tomaten, Eier, Pökelzunge,
du stopfst, bis du nur hauchst: Luft, Samiel, hilf!
Und dann das Bad und dann ein Schlaf im Freien!
und immer dieses helle, weiße Licht!
Ich glaub, du, das war Sünde mit uns zweien –
wir lebten uns, und das, das darf man nicht!“
Sprachs und verschwand. Durch graue Gazeschleier
der Zigarette schau ich in die Luft –
Ja damals! Damals gabs noch Spiegeleier
und Butter und den warmen Bratenduft …
Dahin, dahin. Ich seh auf den Kalender:
Eins, neun, eins, acht! wir haben unser Heer,
wir haben Belgien und Serbien als Pfänder –
doch das ist weg … und kommt nicht mehr.