Frühlingslied

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Autor: F. St.
Titel: Frühlingslied
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1863
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans auf commons
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Frühlingslied.


Jede Blume ist ein Ton
In dem Frühlingslied, dem holden,
Jede Blume ist ein Stern,
Uns den Frühling zu vergolden.

5
Jedes Rehlein, das im Wald

Sorglich durch die Blätter lauschet,
Jedes Bächlein, das im Moos
Silbern über Kiesel rauschet;

Jede Lerche, die im Grau

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Uns das Morgenroth verkündet,

Jedes Mädchen, das uns hold
Blaue Veilchenkränze windet;

Jeder Schmetterling, der leis
Aus der Blume Nektar trinket,

15
Jedes Abendroth, das still

Hinter grünem Wald versinket;

Jede weiche Maiennacht,
Wo wir lauschen mit Entzücken,
Wie der warme Tropfen fällt,

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Blatt und Blüthe zu erquicken;


Jeder Demant und Rubin,
Den der Morgen wirft auf Rosen –
Alles sind nur Melodien
In dem Frühlingslied, dem großen.

25
Wunderherrliches Gedicht,

Wie kein schönres je gewesen –
Doch das Schönste bleibt ein Herz,
Das darin versteht zu lesen.

F. St.
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