| Textdaten |
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| Autor: |
Otto Ernst |
| Titel: |
Jäher Zweifel |
| Untertitel: |
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| aus: |
Siebzig Gedichte
S. 57–58 |
| Herausgeber: |
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| Auflage: |
1. Auflage |
| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1907 |
| Verlag: |
L. Staackmann |
| Drucker: |
{{{DRUCKER}}} |
| Erscheinungsort: |
Leipzig |
| Übersetzer: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Google-USA* und Commons |
| Kurzbeschreibung: |
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Artikel in der Wikipedia
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Jäher Zweifel.
Wo sich Weidenlaub zum Dache bog
Und durch Nacht ein stilles Wasser zog,
Trieb ich lange schon den müden Kahn,
Meiner Sorge schweigend untertan.
5
Meine Ruder taucht’ ich in die Nacht –
Ob mir nie ein freundlich Ufer lacht?
Plötzlich Laub und Dunkel aufgetan,
Und ich schwamm auf lichtbeglänzter Bahn:
Aus des Ufers dunklem Wiesengrund
10
Prallte blendend weiß ein Säulenrund;
Laut davor in weh’ndem Fackelglanz
Schwang bekränzte Jugend sich im Tanz.
Lachen schallte, und die Zither klang;
Über Blumen wiegte sich Gesang –
15
Dank und Jubel mir im Herzen quoll;
An die Ruder griff ich freudevoll – –
Da – bevor ich noch den Kahn gewandt,
Hielt ein andres Bild mich festgebannt:
Spiel und Tanz auch drunten in der Flut,
20
Marmorblinken auch und Rosenglut.
Aber drunten in geheimen Glanz
Lautlos alles – stumm – ein Schattentanz.
Nah dem Glück, das mich empfangen will,
Steht mein Herz in bangem Zweifel still.
25
Welches ist das Ziel, das mir ersehn,
Und wo wird sich’s seliger ergehn:
Droben, wo die helle Zither klingt?
Drunten, wo sich stumm der Reigen schlingt?