Jubelgruß der „Gartenlaube”.
Die Pforte auf zum festgeschmückten Jahr!
Am Eingang bleiben wir voll Andacht stehen,
Um auf den Weg, wo unser Ausgang war,
Und die durchmess’ne Bahn zurückzusehen.
Ein Wandern war es durch die lange Reihe
Von vierundzwanzig Jahren, und uns hebt
Die Brust der Schauer einer stillen Weihe
Vor dem Gewaltigen, das wir erlebt.
Wir zogen aus zur Fahrt am trüben Tag,
Wo kampfesmüd’ und hoffnungsarm am Boden
Das deutsche Volk in seiner Ohnmacht lag,
Veneidend die Verbannten und die Todten.
Da schaarten die Genossen wir zusammen,
Erst eine kleine Zahl, und doch auf's Neu’
Erglühend an des deutschen Geistes Flammen,
Der Freiheit und dem Vaterlande treu. —
Jetzt wisset Ihr, warum einst Fest auf Fest
Wir feierten dem deutschen Geist zu Ehren:
Denn „daß Gott seine Deutschen nicht verläßt” –
Sollt’ alle Welt die nächste Zukunft lehren.
Die rechte Zeit kam zu dem rechten Volke –
Im Boden aller Herzen lag die Saat –
Die Sehne klang – der Pfeil flog durch die Wolke –
Und die Geschichte kränzt ein Volk der That.
Und treu zusammen, wie zur trüben Zeit,
Hat uns’re Schaar in Kampf und Sieg gehalten,
Und stolz bereit zum edlen Männerstreit
Steh’n Tausende von Jungen bei den Alten.
Und wie „Die Gartenlaube” mitgestanden
Und mitgesiegt in ihrer Helden Reih’n,
Zieht sie getrost in allen deutschen Landen –
Glück auf! – heut’ in ihr Jubeljahr hinein.