Meine Kinderjahre
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Als Theodor Fontane 1892 lebensbedrohlich erkrankt, schreibt er auf Anraten seines Hausarztes, quasi als Therapie und Ablenkung von der Krankheit, seine Kindheitserinnerungen auf. Er schildert das Elternhaus, die frühe Kindheit und die fünf Jahre an der Ostsee in Swinemünde bis zu seinem zwölften Lebensjahr (1827–1832). Entstanden ist eines der schönsten Erinnerungsbücher der deutschen Literatur. Ein lebhaftes und bewegtes Kleinstadtbild wird gezeigt: Schlacht- und Backfest, große Gesellschaften und der Silvesterball, eine Landpartie und der Gang übers Eis. Als dunklen Hintergrund seiner Kindheit beschreibt er die Gegensätzlichkeit seiner Eltern und die Spielleidenschaft des Vaters, den er dennoch liebt. Meine Kinderjahre
Autobiographischer Roman
von
Theodor Fontane
Berlin W
F. Fontane & Co.
1894
[IV]
Alle Rechte vorbehalten.
Vorwort.
Nach kurzem Schwanken entschied ich mich, meine Kinderjahre zu beschreiben, also „to begin with the beginning“. Ein verstorbener Freund von mir (noch dazu Schulrat) pflegte jungverheirateten Damen seiner Bekanntschaft den Rat zu geben, Aufzeichnungen über das erste Lebensjahr ihrer Kinder zu machen, in diesem ersten Lebensjahre „stecke der ganze Mensch“. Ich habe diesen Satz bestätigt [VI] gefunden, und wenn er mehr oder weniger auf Allgemeingültigkeit Anspruch hat, so darf vielleicht auch diese meine Kindheitsgeschichte als eine Lebensgeschichte gelten. Entgegengesetzten Falls verbliebe mir immer noch die Hoffnung, in diesen meinen Aufzeichnungen wenigstens etwas Zeitbildliches gegeben zu haben: das Bild einer kleinen Ostseestadt aus dem ersten Drittel des Jahrhunderts und in ihr die Schilderung einer noch ganz von Refugié-Traditionen erfüllten Franzosen-Colonie-Familie, deren Träger und Repräsentanten meine beiden Eltern waren. Alles ist nach dem Leben gezeichnet. Wenn ich trotzdem, vorsichtigerweise, meinem Buche den Nebentitel eines „autobiographischen Romanes“ gegeben habe, so hat dies darin seinen Grund, daß ich nicht von einzelnen aus jener Zeit her vielleicht noch Lebenden auf die Echtheitsfrage hin interpelliert werden möchte. Für etwaige Zweifler also sei es Roman! Th. F.
Inhaltsverzeichnis.
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