RE:Ammen

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Ammenemes
Band I,2 (1894), Sp. 1844
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Ammen waren in Griechenland seit früher Zeit üblich, Hom. Od. XIX 483. Die Amme heisst τίτθη oder τιτθή; die Wärterin, τροφός, τιθήνη, braucht nicht zugleich Amme zu sein (Steph. Thes. s. τίτθη). Auch in Rom (nutrix) werden sie mehrfach erwähnt: Cic. Tusc. III 2. Lucr. V 230; häufig auf Inschriften, s. Marquardt Privatl.² 89, 1; die Wärterin, welche nicht säugt, heisst assa nutrix (Fronto ad Ant. I 5. Inschr. Murat. 1512, 6, auch bloss assa Iuv. 14, 208c mit d. Schol. Non. p. 57). Plutarch de ed. puer. 5 und Gellius XII 1 eifern gegen den Gebrauch der Ammen; Soranus (88 Rose) verteidigt ihn und giebt Vorschriften für die Wahl derselben. Das dauernde Vertrauens- und Pietätsverhältnis der Amme oder Wärterin namentlich zu den weiblichen Zöglingen ist in Poesie und Kunst oft dargestellt worden (vgl. auch Demosth. XLVII 55) und war in Rom auch rechtlich anerkannt (Inst. I 26, 3). Bildliche Darstellungen von Ammen O. Jahn Arch. Beitr. 355, 9. Stephani C. R. 1863, 176ff.; über den namentlich in römischer Zeit entwickelten festen Typus (faltenreiche Züge, hängende Brüste, kleines Kopftuch) Stephani a. O. 193.

[Mau.]
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