RE:Aulodik
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| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |
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| Bd. II,2 (1896), Sp. 2411–2413 | |
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Aus der Verbindung von je zwei Prosodiaci wuchs das epische und elegische Versmass. Während zu Begleitung des ersteren, falls es gesungen wurde, ein Saiteninstrument ausreichte, verlangten die gedehnten Endsilben des sog. Pentameters die Begleitung eines Blasinstruments, und so finden wir denn die Elegie mit der Flöte regelmässig verbunden, ja nach Lagarde (Arica 34) soll sogar der Name dieser Dichtgattung von dem armenischen Worte elêgn für ,Rohr‘ herstammen. Ob schon Klonas Elegien gesungen (Plut. 3), erscheint fraglich; die späteren Auloden haben sich in der Regel dieser Form bedient (Plut. 8. 9. Guhrauer [2413] a. a. O. 12). In Athen scheint der Gesang zur Flöte von alters her beliebt gewesen zu sein (Plut. 8. Guhrauer a. a. O. 14), sicher bezeugt ist er für das 4. Jhdt. durch die Inschrift Rangabé Ant. hell. 961 = CIA II 965. In Delphi, wo man im Paian lieher mit dem Saiteninstrument begleitete (Hymn. pyth. Ap. 337. Athen. XV 696 F), mochte man den Gesang zur Flöte nicht gerne leiden. Nur einmal, im J. 586, erlaubten die Amphiktyonen einem Auloden sich beim pythischen Feste hören zu lassen; aber der elegische Gesang des Arkaders Echembrotos gefiel so wenig, dass man sich beim folgenden Feste diese trübselige Sangesart nicht mehr vorführen liess, Paus. X 7, 5. Da nun das Programm des grossen pythischen Festes andern Staaten bei ähnlichen Veranstaltungen zum Muster diente, liess man den aulodischen Nomos auch anderwärts ausfallen. Bei Alexanders Hochzeitsfest in Susa trat noch ein Aulode auf, in Boiotien, wo das Flötenspiel besonders blühte, kommt ein solcher Gesang bis in die sullanische Zeit öfter vor, dann verschwindet er auch dort von den Festlisten (v. Jan Verhandl. der Züricher Phil. Vers. 1887, 81). Eine grosse Rolle spielte aber die Flöte in der dorischen Chorlyrik. Bei Parthenien und anderen Hymnen, bei Pyrrhichen und Gymnopaedien durfte das Flötenspiel nicht fehlen, wenn es auch – wie in den Chören Alkmans – von ausländischen Musikern besorgt werden musste (Athen. XIV 624 B), und Kastors Lied bliesen die Auleten, wenn das Heer unter dem Gesang des Paian zum Angriff schritt (Plut. Lyk. 22. Poll. IV 78. Thukyd. V 70 u. a.). In Athen spielte die Flöte beim lyrischen wie beim dramatischen Chor eine grosse Rolle (s. Auletik). Aber der aulodische Nomos, der Sologesang zur Flöte, fand wahrscheinlich in der Zeit Sullas sein Ende; die entgegenstehende Nachricht bei Plutarch symp. probl. VII 5, 1 wird von vielen Seiten bezweifelt (Guhrauer a. O. 14). |