RE:Extraordinarii
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Band VI,2 (1909), Sp. 1696–1698 | |||
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Die e. sind wie alle auxilia (o. Bd. II S. 2619) in Cohorten gegliedert (Liv. XXXIV 47, 3. XL 27, 3), und zwar zählte nach der letzteren Stelle das consularische Heer deren vier, gewöhnlich je 750 Mann stark. Nissen 36 nimmt fünf Cohorten an, doch ist aus verschiedenen Gründen wegen der Lagerordnung und mit Rücksicht auf die zwei alae auch für die Fußtruppe eine gerade Zahl wahrscheinlicher. Schwieriger läßt sich die [1698] Stärke der Reiterei bestimmen. Nach der genannten Polybiosstelle (vgl. VI 30, 2: ἔστι δὲ τὸ πλῆθος τῶν συμμάχων .. τὸ δὲ τῶν ἱππέων διπλάσιον ἀφῃρημένον καὶ τούτων τοῦ τρίτου μέρους εἰς τοὺς ἐπιλέκτους) ist die bundesgenössische Reiterei dreimal zahlreicher als die römische, beträgt also bei der Doppellegion normal 1800 Mann, das sind zwei alae zu je 600 und die 600 e. Diese zerfallen in zwei 300 Mann starke Abteilungen, equites extraordinarii sinistrae (Liv. XL 31, 3) und dextrae alae, die wieder zehn turmae zu 30 Mann zählten. Wie Fröhlich 13 ausführt, hält sich aber die Stärke der bundesgenössischen Reiterei seit dem Beginne des zweiten Punischen Krieges nicht auf dieser Höhe, sondern sinkt sogar bis auf 500 herab; da jedoch Polybios Angabe für seine Zeit zuverlässig sein wird, muß man annehmen, daß unter dem jüngeren Scipio die frühere Zahl wieder bestanden hat. Daß das Korps schon vor dem J. 545 = 209 v. Chr., wo Livius XXVII 12, 14 es zuerst bestimmt erwähnt, vorhanden gewesen ist, kann nicht bezweifelt werden; Fröhlich 17ff. sucht nachzuweisen, daß die e. bereits in dem Zeitraume seit der Unterwerfung der Latiner und Auflösung des Bundes unter anderen Benennungen bei Livius vorkommen und vielleicht nicht lange nach 414 = 340 v. Chr. errichtet sind. Wahrscheinlich gehören hierher die bundesgenössischen delectae cohortes Liv. IX 37,8 (444 = 310), die campanischen equites delecti X 26, 14 (459 = 295), die zum Schutz des Feldherrnzeltes bestimmten lucanischen und suessanischen cohortes sociorum X 33, 1 (460 = 294), die 220 Reiter XXVII 26, 11 vgl. Mommsen Herm. XIV 25, 4, die zwei turmae sociorum Latini nominis X 34, 7 (460 = 294). Auch für einige Stellen in den Berichten über den zweiten Punischen Krieg dürfte der Nachweis erbracht sein, so betreffs der turma equitum Liv. XXV 16, 15, der turma Lucana XXII 42, 4, der quadringenti equites XXII 15, 4, der duo milia delectorum militum .. cum praefecto socium XXIV 40, 8, der duae turmae Samnitium XXVII 43, 5, während die χίλιοι Polyb. X 15, 9 kaum hieher gehören. Endlich sind aus späterer Zeit wohl als e. aufzufassen die lecti Liv. XXXI 33, 9 (554 = 200 v. Chr.), wenigstens ein Teil der 4000 auserlesenen pedites XXXII 11, 7 (556 = 198), die cohortes delectae XXXIV 14, 7. 20, 5 (559 = 195), die bina milia delectorum XXXVI 17, 1 (563 = 191). Zweifelhafter sind die Stellen, wo expediti erwähnt werden, trotz Liv. XXVII 18, 10 vgl. Polyb. X 39, 1, und ob die sonst genannten auserlesenen Truppenabteilungen, wie Appian. Iber. 52; Lib. 126; Syr. 31, ferner die bei Sallust. Iug. 46. 50. 90. 103 vorkommenden expeditae cohortes für e. zu halten sind, ist sehr fraglich. Fehlt es auch in der späteren Periode an sicheren Spuren, so läßt sich doch auch nicht beweisen, daß sie vor dem J. 664 = 90 v. Chr. beseitigt sind. Literatur: Franz Fröhlich Die Gardetruppen d. röm. Republik. Programm Aarau 1882 mit Nachtrag 1884. Mommsen Herm. XIV 25ff. Marquardt Röm. St.-V. II² 391. 397ff. 402. Cagnat bei Daremberg-Saglio Dict. II 945f. Madvig Verf. und Verw. d. röm. Staats II 521. Nissen Templum 36ff. Klenze Philol. Abh. 112f. |