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sich nicht durch Beobachtung dieses Lichtes, also durch optische Versuche im Laboratorium, die Bewegung der Erde feststellen? Diese Frage führt uns dazu, die Lichtfortpflanzung in einem gleichförmig bewegten Systeme zu behandeln.

Abb. 6

Wir denken uns zur Zeit t=0 vom Punkte O aus (Abb. 6) ein Lichtsignal entsandt. Zur Zeit t mag es im Aufpunkte P eintreffen. Die absolute Strahlrichtung wird durch den von nach P gezogenen Fahrstrahl t angezeigt. In dem Zeitintervalle t hat die Lichtquelle sich, mit der Geschwindigkeit \mathfrak{w}, von O nach O' bewegt. Der von O' nach P gezogene Fahrstrahl

(241) \mathfrak{R=r-w}t

hat die Komponenten

(241a) X=x-\beta l,\ Y=y,\ Z=z,

wenn unter x, y, z die Komponenten von \mathfrak{r}, unter

(241b) l=|\mathfrak{r}|=ct

der im absoluten Strahlengang zurückgelegte Lichtweg verstanden wird. Da

\mathfrak{r=c}\frac{l}{c}

so kann (241) auch geschrieben werden:

(241c) \mathfrak{R=(c-w})\frac{l}{c}=\mathfrak{c}'\frac{l}{c}

Es wird demnach die Richtung des relativen Strahles durch den von der gleichzeitigen Lage der Lichtquelle aus gezogenen Fahrstrahl angezeigt, d. h. in einem gleichförmig bewegten Systeme sieht man die Lichtquelle dort, wo sie sich gerade befindet. Die gemeinsame Bewegung von Lichtquelle und Beobachter ist demnach durch Beobachtung der Strahlrichtung durchaus nicht festzustellen.