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Die Naturforscher sind in Bezug auf den Zweck des Singens der Vögel sehr getheilter Meinung. Seit Montagu’s Zeiten haben wenige noch sorgfältigere Beobachter gelebt als er, und derselbe behauptet, dass „die Männchen der Singvögel und viele andere im Allgemeinen nicht die Weibchen aufsuchen; sondern ihr Geschäft im Frühlinge besteht im Gegentheil darin, sich auf irgend einen weit sichtbaren Punkt niederzulassen und dort ihre vollen liebeathmenden Töne erklingen zu lassen; das Weibchen erkennt diese aus Instinct und begibt sich darauf nach dem Flecke hin, um sich ihren Genossen zu wählen“.[2] Mr. Jenner Weir theilt mir mit, dass dies in Bezug auf die Nachtigall sicher der Fall ist. Bechstein, welcher während seines ganzen Lebens Vögel hielt, führt an, „dass der weibliche Canarienvogel immer den besten Sänger sich wählt und dass im Naturzustande der weibliche Finke unter Hunderten von Männchen dasjenige sich auswählt, dessen Gesang ihm am besten gefällt“.[3]
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Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, II. Band. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1875, Seite 47. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DarwinAbstammungMensch2.djvu/61&oldid=1670515 (Version vom 10.10.2011)