Seite:Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük.djvu/10

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„Sionsharfe“ gedruckt wurde, und enthielt außer der Grammatik auch ein Wörterbuch mit 2780 Wörtern. Der Verfasser hatte die Ehre, dieses Büchlein dem ältesten Sohne des Großherzogs, Kronprinz[WS 1] Friedrich von Baden zu seinem Geburtstage (9. Juli) persönlich überreichen zu dürfen. Das Erscheinen dieses Werkes machte überall gerechtes Aufsehen und viele einflußreiche Zeitungen widmeten diesem Büchlein empfehlende Artikel. Wir nennen hier einen Artikel im „Luxemburger Wort“, in welchem „ein gründlicher Kenner der Weltsprache“ meint, dieselbe dürfte für die ganze Menschheit zum mindesten die gleiche Bedeutung und Wichtigkeit erlangen, wie die Weltpost, und mit der Ermahnung schließt: „Möge die gesamte civilisirte Menschenwelt es als eine ihrer wichtigsten, vernünftigsten und großartigsten Aufgaben, ja als eine ihrer schönsten Ehrensachen betrachten, Schleyers Weltsprache ungesäumt sich anzueignen, sie allgemein zu verbreiten und einzuführen!“ Andere Blätter, welche für Volapük schrieben, sind: die „Tribüne“ in Berlin, „Schwäbische Kronik“, „Frankfurter Volkszeitung“, „Neueste Nachrichten für Elberfeld, Barmen und Umgegend“ etc. Durch diese die Weltsprache sehr empfehlenden Artikel wurde die Aufmerksamkeit vieler Leser auf Volapük gerichtet und die neue Sprache fand immer mehr Anhänger, so daß dieselbe schon in diesem Jahre Gönner und Freunde, ja selbst begeisterte Schüler nicht nur in Deutschland, sondern auch in Oesterreich, (wo Herr Dr. M. Obhlidal, prakt. Arzt in Meidling bei Wien, Volapük bereits in diesem Jahre kennen lernte und alsbald ein eifriger Schüler Schleyers wurde), England, Schweden, Italien, Amerika, Asien (auf dem Berge Libanon) … gefunden hatte. Der Anfang war also gewiß ein günstiger zu nennen und konnte den Erfinder blos ermutigen, das einmal begonnene Werk fortzusetzen.[1] Dazu


  1. Uebrigens sprach Herr Schleyer noch im Jahre 1882 mir gegenüber, nachdem er eingesehen, daß er seine „Sionsharfe“ neben Volapük nicht länger fortführen könne, seinen Zweifel aus, ob er sich der Weltsprache oder der Poesie ganz widmen solle. Ich riet natürlich zur Weltsprache.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Kronzrinz