Seite:De Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes (Möbius).djvu/11
| Paul Julius Möbius: Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes. 5. veränderte Auflage |
|
|
|
|
Was es mit der Beschränkung der Fruchtbarkeit auf sich hat, das erkennt man jetzt in Frankreich. Es ist ja richtig, dass Zola in seinem Lobliede auf die Fruchtbarkeit etwas übertrieben hat, aber er war eben ein Mensch, den seine Natur zum Uebertreiben trieb, und im Grunde hat er doch recht. Denn durch das sogenannte Zweikindersystem wird nicht nur die Bevölkerung fortschreitend vermindert, sie wird auch verschlechtert. An diesem Beispiele kann man die Thorheit, die in Oda Olberg’s Behauptungen steckt, am besten erkennen. Wollen die Damen mir nicht glauben, so mögen sie auf eine ihrer Schwestern hören. Käthe Schirmacher hat in einem Aufsatze über „Frankreichs Bevölkerungssorgen“[1] recht gute Bemerkungen gemacht. Ich will ein Stück davon abdrucken lassen; vielleicht kann das Oda’s Seele retten und Andere vor der Verführung bewahren. „Die sociale Qualität dieser fils oder filles uniques ist keine bessere als die zahlreicher Brüder und Schwestern. Weit davon. Die einzigen oder wenig zahlreichen französischen Kinder sind Angstkinder, um deren Dasein und Wohlsein sich in der Familie alles dreht, deren Krankheiten eine Kalamität, deren Launen Gesetze sind. Sie bilden der Eltern Verzug. Papas Einziger, Mamas Abgott; Erstgeborener und Benjamin zugleich sein, das verträgt kein Kind. Vom Tage ihrer Geburt an concentrirt sich auf ihre kleine Person ein ganz ungebührliches, ein unverhältnissmässig
|
Paul Julius Möbius: Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes. 5. veränderte Auflage. Marhold , Halle a. S. 1903, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_%C3%9Cber_den_physiologischen_Schwachsinn_des_Weibes_(M%C3%B6bius).djvu/11&oldid=1997119 (Version vom 5.05.2013)